Logo Schiller unterwegsDie diesjährige Studienfahrt nach Canterbury, England, stand unter dem kontroversen Motto „Brainexit“. Die Briten haben zwar die EU (Stand Juli 2019) noch nicht verlassen und auch die meisten Schüler und Schülerinnen ließen ihr Gehirn glücklicherweise nicht auf der Insel zurück, dennoch reisten wir nicht ganz ohne Verlust wieder ab.
Doch beginnen wir den Reisebericht von vorne:

Am 19. Juli 2019, mitten in der Nacht, fanden sich 43 Schüler und Schülerinnen und drei Lehrkräfte am Theaterparkplatz ein, sodass die Reise über Belgien nach Frankreich beginnen konnte. Nach der über zwölfstündigen Busfahrt, waren wir erleichtert, als wir am späten Nachmittag den Hafen in Calais erreichten und uns während der Überfahrt mit der Fähre auf die britischen Inseln, die Beine vertreten konnten. Knapp zwei Stunden später, nachdem wir die ersten Kilometer im Linksverkehr, dank unseres Busfahrers Uwe gemeistert hatten, näherten wir uns der University of Kent, die für die nächsten sechs Tage unser neues Zuhause sein sollte. Hier waren wir in Reihenhäusern untergebracht, wo jedes Haus sich selbst versorgen musste. Aufgrund dieser Tatsache machten sich manche Schüler direkt nach der Ankunft auf die Suche nach Lebensmittelgeschäften. Einige wurden auf den Campus fündig, andere nahmen den langen Weg in das Stadtzentrum Canterburys auf sich. Für den restlichen Abend stand also Auspacken, Einrichten und die ersten Kochversuche auf dem Plan. Von Fastfood und Fertigpizza über die klassischen Nudeln mit Tomatensoße bis hin zu Salat oder deftigen bayerischen Spezialitäten war im Laufe dieser Woche alles dabei, sodass keiner hungern musste.
Am nächsten Morgen machten wir uns alle zusammen auf in die Innenstadt, um die weltberühmte Kathedrale von Canterbury zu besichtigen. Ein Audioguide half uns, sich in dem riesigen Gebäude zurechtzufinden. Des Weiteren wurden wir so auch über die einzelnen Besonderheiten der Kirche informiert. Anschließend hatten wir noch genügend Zeit, uns die Stadt auf eigene Faust anzusehen, bevor wir gemeinsam unter der professionellen Führung von Herr Gegesz die Stadtmauer entlangwanderten. Der Abend stand uns zur freien Verfügung, sodass sich einige mit den internationalen Studenten, die auch auf dem Campus wohnen, anfreundeten und so traf man die Schiller-Schüler bis spät in die Nacht auf dem Gelände an.
Am nächsten Morgen, ausgeschlafen oder eben auch nicht, fuhren wir mit dem Bus in das rund 30 Kilometer entfernte Dover. Hier wurde Dover Castle besichtigt, welches zum einen im Mittelalter als Wohnsitz des Königs und zum anderen während der beiden Weltkriege als strategisch wichtige Militärbasis an Bedeutung erlangte. So gab es den Thronsaal mit drei Königsstühlen zu sehen, auf welchen sich die Lehrer es nicht nehmen ließen, einmal Probe zu sitzen. Ebenso bewunderten wir gegen Mittag noch die Schauvorführung einer Kanone des Ersten Weltkrieges. Die Rückfahrt führte uns an die Küste nach Broadstairs; dort ließen wir uns auf Empfehlung von Herr Gegesz, die berühmt berüchtigten Fish and Chips schmecken, während uns die frische Meeresluft um die Nase blies und die Frisur des ein oder anderen Mädchens zerstörte. Dennoch genossen wir das aufgekommene Urlaubsfeeling, als sich die Sonne hinter dem behangenen Himmel herauswagte. Erschöpft kehrten wir auf den Campus zurück. Die Energie fanden wir jedoch schnell wieder, woraufhin wir das Bett vor Mitternacht nicht zu Gesicht bekamen.
Am Dienstag widmeten wir uns nun ganz der Stadt an der Themse. Nach einer 90-minütigen Busfahrt stiegen wir auf den Wasserweg um, sodass wir mit dem Schiff bis ins Stadtzentrum Londons fuhren. Auf diese Weise konnten wir einige Sehenswürdigkeiten, wie den Tower und die dazugehörige Tower Bridge oder das London Eye vom Wasser aus betrachten. Einige weitere Besonderheiten wie die National Gallery bestaunten wir auf dem Weg über The Mall und den St. James Palace zum Buckingham Palace. Dort konnten wir zufällig auch die legendäre Wachablösung hautnah miterleben; anschließend trennten sich unsere Wege an der U-Bahnstation Green Park, da wir von nun an in Kleingruppen in der Metropole unterwegs sein durften. Diese Station sollte die nächsten zwei Tage als Treffpunkt für die Rückfahrt auf den Campus große Bedeutung erlangen. Dank der Oyster-Card stand uns auch das Vergnügen offen „the Underground“ zu nutzen, aber auch die weltbekannten roten Doppeldeckerbusse konnten wir dadurch in Beschlag nehmen. Einige Schüler besichtigten Museen, wie das Natural History Museum, Imperial War Museum oder auch die National Gallery, die uns alle keinen Eintritt kosteten. Andere gaben ihre britischen Pfund auf der Oxford Street aus oder spazierten durch den Hyde Park. Der Nachmittag verging im Fluge, sodass wir nicht alles bewundern konnten. Nachdem sich auch die Letzten auf die Sekunde genau wieder pünktlich am Green Park einfanden, traten wir die Rückreise nach Canterbury an. Mit der Ermahnung der Lehrkräfte heute früh schlafen zu gehen, da am nächsten Tag erneut eine Fahrt nach London auf dem Programm stehen würde, wurden wir auf dem Campus in unsere Freizeit entlassen.
Manche nahmen sich diesen Rat zu Herzen, andere holten ihren Schlaf auf der Busfahrt in die Hauptstadt am Morgen nach. Zuerst machten wir einen Abstecher an das Themseufer, wo das Schiff des Sir Francis Drake, dem Piraten ihrer Majestät Elizabeth I. zu finden war. Im gleichen Zeitalter war auch William Shakespeare zu Hause; aus diesem Jahrhundert stammt auch das Globe Theater, welches nur als originalgetreue Nachbildung erhalten ist. Nahe gelegen war die Tate Modern, ein Kunstmuseum, oder auch die Millennium-Bridge und die St. Pauls Cathedral. Als Nächstes sollte uns der atemberaubende Ausblick über die Dächer von London belohnen. Hierfür besuchten wir den Sky Garden, welcher rund 200 Meter über der Straße in einem Wolkenkratzer namens Walkie Talkie (so benannt, wegen der äußeren Bauform des Gebäudes) zu finden ist. Nachdem wir das Panorama der Stadt ausgiebig genossen hatten, durften wir die Stadt ein letztes Mal alleine erkunden. King´s Cross mit der Plattform 9 ¾, die Baker Street oder die Tower Bridge, sowie unzählige weitere Besonderheiten waren noch zu bestaunen. Als wir am Abend wieder im Bus Richtung Canterbury saßen, waren wir uns einig, zwei Tage reichten nicht aus, um alle Ecken Londons zu sehen.

Am nächsten Tag, gleichzeitig auch unser letzter auf der Insel, liefen wir noch einmal in das Stadtzentrum von Canterbury, um die St. Augustine Abbey anzusehen. Diese Kirche fiel im Mittelalter dem Unmut Heinrichs VIII. zum Opfer, sodass nur noch Ruinen überlebt haben. Den freien Nachmittag nutzen wir zum Shopping in Canterbury, das für diese Zwecke deutlich besser ausgestattet ist, als das gleich große (auf die Zahl der Einwohner bezogene) Hof. Abends fanden wir uns alle bei Herrn Gegesz Stamm-Inder ein, sodass die Woche der Selbstversorgung ein Ende fand.

Die nächsten Stunden bestanden aus Packen, Putzen, überflüssiges Essen gekonnt an andere Schüler loswerden und etwas Schlaf finden, bevor um vier Uhr morgens der Wecker für die Abreise klingeln sollte. Während der Abfahrt hoffte man inständig, alles eingepackt und nichts vergessen zu haben, was nicht auf alle Schüler zutraf. Während des Sonnenaufgangs erreichten wir Dover, nahmen diesmal jedoch nicht die Fähre, sondern den Eurotunnel. Zur 17-stündigen Heimreise im Bus sei folgendes gesagt: Zum Glück gab`s ne Klimaanlage! Obwohl wir in England von dem schönen sonnigen Wetter überrascht waren, hätte es während der Busfahrt auch gerne zehn Grad kühler sein können, denn 40 Grad Außentemperatur waren bei weitem keine Freude. Ganz im Gegensatz zu der vergangenen Woche in England, die uns wohl für immer in Erinnerung bleiben wird.
Vielen Dank auch an Frau Münzer, Frau Zimmermann und besonders Herrn Gegesz für die tolle Organisation, Verständnis für die Schüler und die anhaltende gute Laune, sodass dieses Oberstufenerlebnis ein Unvergessliches wurde.
Thank you very much! Over and Out!

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