Logo Schiller on tour kleinNino Wühr, Schüler des Schiller-Gymnasiums, verlässt unsere Schule, um ein Jahr in den USA zu verbringen. So der Plan. Doch dann kommt Corona. Wie es ihm bis dahin ergangen ist und wie abrupt das Ende kam, beschreibt er in seinem Bericht.

Mein Auslandsjahr in den Vereinigten Staaten von Amerika habe ich im Bundesstaat Wyoming verbracht. Am 7. August 2019 habe ich Deutschland in Frankfurt am Main verlassen und bin nach Washington D.C. geflogen. Wyoming ist der Staat mit der geringsten Bevölkerung. Wyoming ist 100,000 km2 kleiner als Deutschland hat aber nur ca. 550,000 Einwohner. Am 8. August bin ich von Washington D.C. nach Salt Lake City geflogen um den aufregendsten Tag eines Austauschschülers zu erleben. Am 8. August 2019 habe ich die Familie getroffen, die mich für 7 Monate bei sich zu Hause aufnimmt und mich mit in ihren Alltag einbezieht. In meiner Zeit in den USA besuche ich eine amerikanische High-School in meiner Stadt ‚Mountain View‘ in Wyoming. Die Stadt hat ca. 1600 Einwohner und meine Schule 250 Schüler in den Klassen 9 bis 12. Meine Gastfamilie bestand aus zwei Gasteltern und 3 Gastgeschwistern. Der Empfang meiner Gastfamilie war sehr herzlich von Anfang an und es stellt sich heraus, dass es auch so bleibt. Wir mussten von Salt Lake City zurück nach Wyoming fahren und da hatten wir einige Zeit uns über Deutschland und meine Reise zu unterhalten. Da stellt sich für zukünftige Austauschschüler auch schon die erste Frage, nämlich wie es mit der Sprache funktioniert. Die Sprache war für mich persönlich und auch für andere Austauschschüler kein Problem, weil jeder in Deutschland ausreichend Englisch lernt um sich dort zu verständigen. Außerdem wird die Sprache während der Zeit im Ausland besser und man fängt irgendwann sogar an in Englisch zu denken und träumen. In den ersten 4 Wochen hatte ich noch keine Schule und hatte Zeit meine Gastfamilie und das Grundstück besser kennenzulernen. Dadurch, dass in Wyoming „nur“ 550,000 Menschen leben haben die meisten Leute ein sehr großes Grundstück. Wir hatten einen kleinen See auf unserem Grundstück, in dem wir auch geangelt haben. Ab August/September beginnt in Wyoming auch die Jagd Saison. Das heißt jeder der eine Lizenz zum Jagen hat, der kann in öffentliches Land in den Bergen fahren und kann das jeweilige Tier schießen. Das hatten wir auch mit meiner Gastfamilie gemacht, aber wir hatten leider keinen Erfolg. In den ersten 4 Wochen sind wir sehr viel in die Berge gefahren und haben Feuerholz für den Winter geholt. Anfang September ging dann die Schule los und ich habe an meinem ersten Schultag meine Lehrer und Klassen kennengelernt. Ich habe mich auch für einen Sport eingetragen. Meine Klassen haben sich alle zwei Tage abgewechselt. An einem „Purple-Day“ hatte ich Architektur, Sozialkunde, Englisch und Chemie. An einem „White-Day“ hatte ich Chor, Sport, Geschichte und Mathe. Meine Klassen waren 90 Minuten lang und nach 2 Klassen war dann ‚Lunchbreak‘. Die Schule ist unterschiedlich zu dem was ich in Deutschland gewohnt war, da in den USA die Schulfarben und der „school pride“ eine viel größere Rolle spielen. Eine sehr interessante Woche ist die ‚Homecoming week‘, in dieser Woche finden unterschiedliche Veranstaltungen statt, wie ein ‚school dance‘ oder ein Football Spiel der Cheerleader. Jeder Tag in dieser Woche war ein Motto-Tag und die Schüler und Lehrer haben sich entweder in der jeweiligen Farbe angezogen oder sich verkleidet. Am Ende der Woche hat das Football Team gespielt und es gab den ‚dance‘. Das nächste große Ereignis in den USA ist Thanksgiving. Meine Gastfamilie und ich sind während Thanksgiving zu der Familie meiner Gastmutter nach Montana gefahren. Während Thanksgiving ist dann die ganze Familie zusammengekommen und wir haben traditionell einen Truthan gegessen. In den USA sind auch die durchschnittlichen Familien größer, das heißt in meinem Fall waren wir während des Abendessens ca. 25 Personen. Das Fest ist ein sehr familiäres Fest und man macht viele Spiele mit der Familie. In der Schule hat sich währenddessen der Alltag eingelebt. Ich war ein Teil des Football Teams und wir haben die ‚State-Championship‘ gewonnen. Das nächste große Fest war Weihnachten und das ist in den USA mit viel mehr Aufwand verbunden als in Deutschland. Eine Sache, die quantitativ mehr ist als in Deutschland ist die Dekoration. Der Christbaum und sogar das ganze Haus wird in Lichter eingedeckt. Unseren Christbaum haben wir in den Bergen gefällt und am selben Tag gleich aufgestellt und geschmückt. Die Ornamente sind meist Gemälde der Kinder und so habe auch ich mein eigenes Ornament bekommen. Weihnachten wird in den USA am 25. Dezember gefeiert, entgegen der Tradition in Deutschland. An Weihnachten sind wir dann auch wieder nach Montana gefahren und haben das Fest mit der Familie gefeiert. Ein großes Festessen und die Bescherung waren ein Teil der Festprozedur. Es gehört auch dazu gemeinsam einen Film zu schauen und Sachen miteinander zu unternehmen. So sind wir in einen ‚Escape Room‘ gegangen, in dem wir gemeinsam in einer Stunde aus einem Raum herauskommen sollten. Gemeinschaft und Nähe in der Familie gehören fest zu solchen Festen dazu. Danach sind wir zurück nach Wyoming gefahren und auf unserem Weg zurück mitten durch die Rocky Mountains gefahren. Ich hatte das große Glück, dass ich in meiner Zeit in Wyoming mitten in den Rocky Mountains gelebt habe. Nach Neujahr hieß es für mich meistens nur Schule und Sport. Ich hatte fünf-mal die Woche Training in ‚Indoor Track‘, da Sport in den USA sehr wichtig für die Schulen und die Schüler ist. Anfang März wurde ich dann durch meinen Chor in einen größeren Chor ausgewählt. Ich wurde aus mehreren tausenden Schülern für einen Chor bestehend aus sechs Staaten ausgewählt. Anfang März hatte ich dann ein paar Tage als Bass II in diesem Chor gesungen. Nach diesem Chor kam für mich die überraschende Nachricht, dass mein Auslandsaufenthalt endet. Ich war mit dem PPP-Stipendium des Deutschen Bundestages in den USA und hatte eine einmalige und aufregende Zeit. Die Entscheidung ein Auslandsjahr zu machen war die beste Entscheidung und ich habe jetzt in den USA ein zweites Zuhause gefunden. Mein Herz schlägt jetzt an zwei Orten: In Deutschland und in den USA.

Wühr WashingtonKurz vor seinem Rückflug ging es noch in die Hauptstadt Washington D.C.

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