Schiller Logo kleinWenn man den Satz: „Ich muss mich erstmal abschminken“, aus dem Mund eines Jungen aus der 12.Jahrgangsstufe eines Gymnasiums hört, dann muss etwas wahrlich Besonderes an diesem Abend passiert sein.

Um Punkt 19 Uhr startete der „Abend der Wissenschaf(f)t“ schultypisch mit einem lauten Gong in der bis auf den letzten Platz besetzten Aula. Es kamen so viele Zuschauer, dass weitere Bankgarnituren aufgestellt werden mussten. Herr Schmidt, Direktor des Schiller-Gymnasiums, übernahm als Erster das Wort und begrüßte die zahlreich erschienenen Schüler der Oberstufe, die Lehrer, die mitgekommenen Eltern und die Sponsoren zum mittlerweile achten „Abend der Wissenschaf(f)t“ und dankte ihnen für ihre Anwesenheit. Er erklärte, dass die Schüler der Q12 nun ihre Ergebnisse präsentieren würden, die sie über die letzten anderthalb Jahre in ihren Projekt-Seminaren gesammelt hatten. „Diese Seminare wurden mit dem G8 eingeführt und, da sie sich bisher so toll bewährt haben, stünde einer Weiterführung im wiederkehrenden G9-System, nichts im Wege“, so der Schulleiter. In diesen Projektseminaren, kurz P-Seminaren, werden die Schüler auf ihr späteres Leben nach dem Abitur vorbereitet: Den Schülern der Oberstufe werden in diesen Stunden, welche wöchentlich stattfinden, wichtige Attribute der Arbeitswelt vermittelt wie etwa Teamarbeit, Organisation und auch das selbstständige Herausarbeiten von Ergebnissen. Zudem mussten sich ein Großteil der Seminare mit externen Partnern auseinandersetzen, deren finanzielle Unterstützung im hohen Maße anzurechnen ist, da viele Seminare ohne diese Mittel gar nicht zu ihren Ergebnissen gekommen wären.

Nach weiteren Danksagungen an die Lehrkräfte, welche die Seminare die ganze Zeit über betreuten und unterstützten und an die Hausmeister samt dem Technik-Team unter der Leitung des Schülers Andreas Waldhüter, startete nun die Vorstellung der Projekte. Nachdem ein kurzer Film über das Schiller-Gymnasium gezeigt worden ist, übernahmen nun Jonas Ludwig und Carolin Wölfl das Mikrofon, welche die Gesamtmoderation des ganzen Abends übernahmen.

Sie begrüßten die ersten zwei Schüler, Paul Schambach und Samuel Kabir, welche nun ihr Seminar unter der Leitung von Herrn Hopperdietzel vorstellten. Sie hatten es sich zur Aufgabe gemacht, das Sportangebot für die Schillerianer zu erweitern und einen Beachvolleyplatz an der Jahnhalle zu errichten, der vielen weiteren Jahrgängen im Sommer Spaß bieten soll. Die Referenten sprachen von den anfänglichen Strapazen der Sponsoren-Suche und der komplexen Aufgabe, die Interessen von Verein, dem TSV 1861 Hof, welchem der Grund des Jahn-Platzes gehört, der Stadt und der Schule unter einen Hut zu bekommen. „Mittlerweile haben wir das Geld zusammen und dem Bauanfang Ende Februar stünde nichts entgegen“, so die beiden Schüler.

Nach dem sportlichsten aller Projekte folgten nun zwei Seminare, welche sich mit der Technik auseinander setzten. Beim ersten dieser beiden Seminare war den Zuschauern schnell klar, worum es ging: Der Grund hierfür war die kleine ferngesteuerte Drohne, welche sich gemächlich zwischen dem Publikum hindurch den Weg zur Bühne bahnte. Allerdings beschäftigte sich das P-Seminar namens „Craziefly“ unter der Leitung von Herrn Selbmann nicht nur mit dieser einen Art von Drohne, sondern auch mit welchen, die fliegen konnten. Sie statten ihre selbstgebauten Drohnen mit Kameras aus, druckten mit dem 3D-Drucker bestimmte Bauteile aus und programmierten ihren handgroßen Quadrocopter auch selbst. Nach vielen Verbesserungen hob dieser dann auch ab, zwar nicht sehr hoch, aber er hob ab. Die nächsten Referenten stellten das Seminar namens „Rapide Prototyping“, dass unter der Betreuung von Herrn Leuchsenring stattfand. Sie setzten sich vor allem mit dem 3-D Drucker auseinander, mit dem sie alles Mögliche anstellten. Auch ein selbst „ausgedruckter“ kleiner Aufzug für eine Murmelbahn war dabei. Die Schüler arbeiteten hierbei mit dem speziellen Programm „SolidEdge“, mit dem man 3-D Grafiken modellieren kann.

Dann kam es zu einem Thema, welches oft in den Medien erwähnt wird und mit dem man sich allgemein mehr befassen sollte: gesunden Ernährung. Das von Frau Münzer geleitete Seminar unter dem Leitfach Biologie befasste sich mit der Planung eines „Tag der Gesundheit“ für die Sechstklässler des Schiller-Gymnasiums. Zum Einstieg fragten sie das Publikum, wie viele Würfel Zucker in einer herkömmlichen Ketchup-Flasche seien. Das Ergebnis waren unglaubliche 94 Würfel Zucker, was für Aufsehen im Publikum sorgte. Sie brachten den Schülern an diesem Tag die gesunde Ernährung in Form von leckeren, gesunden Alternativen und sportlicher Aktivität näher.

Die nächsten Referenten stellten nun vor, wie man am günstigsten in der sonst so teuren Metropole London Urlaub machen kann. Sie organisierten die Studienfahrt nach England mit Hilfe von Herrn Gegesz, welche letztes Jahr neben anderen Zielen wie Rom oder Südfrankreich, für die Schüler der Q11 zum Angebot stand. Von der Fahrt durch den Eurotunnel bis hin zu den täglichen Ausflügen vom ländlich gelegten Canterbury wurde eine abwechslungsreiche Studienfahrt geboten.

Bei einem Thema wie Kosmetik erwartet man auch heutzutage zunächst keine Jungs auf der Bühne, und vor allem nicht geschminkt. Als Timo Höllein so geschminkt und aufgebrezelt auf die Bühne kam, musste die ganze Aula anfangen zu lachen. Für Aufmerksamkeit war somit gesorgt und er und sein Companion Jonas Kant konnten dem Publikum nun erklären, dass sich das Seminar nicht schlicht und einfach mit Kosmetik auseinandersetzte, sondern mit den Giftstoffen, die oft in dieser vorkommen. Sie entwickelten ihre eigene Kosmetik, welche sie aus natürlichen Stoffen herstellten. Dieses Wissen vermittelten sie in einem Workshop, an dem man teilnehmen konnte. Hier waren sogar unsere beiden Hausmeister Manni und Herr Herrmann vertreten, welche nun Kosmetik-Experten sind.

Einen kurzen Exkurs gab vor der Pause Julius Flessa aus der Q11, der ein Programm namens „Alumni“ vorstellte, welches als eine Art Wegweiser für die Schüler auf ihrem Weg zum Studium fungieren soll. Bei dem Verein, der mittlerweile um die 150 Mitglieder zählt, werden Abiturienten zu Mentoren für die Schüler und beraten sie bei der Wahl und den Ort des Studien-oder Ausbildungsplatzes.

Nach einer Pause, in der man sich mit Essen und Trinken versorgen konnte, ging es mit einem wortwörtlich rasanten Seminar weiter, welches sich unter dem Leitfach Informatik mit dem Thema „Formel 1 in der Schule“ auseinandersetzte. Hierbei planten, konstruierten und bauten sie ein Modellauto, aufgeteilt in zwei Teams, mithilfe von verschiedenen Materialen, primär allerdings kam der 3-D Drucker samt CNC-Fräße zum Einsatz. Nachdem die Autos immer wieder optimiert wurden, um die Geschwindigkeit zu maximieren, fuhr das Seminar unter der Leitung von Herrn Schatz mit dem Zug nach München, um dort an einem Wettbewerb teilzunehmen. Dort angekommen traten sie mit ihren von CO2 – Kapseln angetriebenen Autos gegen andere Teams aus ganz Bayern an, wobei sie den elften und zwölften Platz belegten.

Als nächstes war das P-Seminar dran, dass sich sowohl um das gerade angesprochene Catering kümmerte als auch um das beliebte, alljährige Schulfest des Schiller-Gymnasiums. Sie machten es sich unter der Betreuung von Frau Bieß-Wunsch zum Ziel ein vielseitigeres Angebot auf dem Fest anzubieten. Hierfür erstellten sie Umfragen, mit denen sie von allen Jahrgangstufen Meinungen einholten, was man verbessern könnte und welche Wünsche bestehen. Sie organisierten mit diesen Informationen dann ein Schulfest, welches durch die neuen Ideen deutlich vielseitiger daherkam, als die Jahre davor.

Das wohl sozialste Seminar bildete das von Frau Dumann, welches sich mit dem Thema „Inklusion“ auseinandersetzte. Sie arbeiteten in drei Teams unter anderem mit dem TPZ und den Hochfränkischen Werkstätten zusammen und holten sich Meinungen ein, wie behinderte Menschen ihren Alltag meistern. Eine große Inspiration zum Beispiel war ein Töpener Landwirt, der trotz seiner Querschnittslähmung gürtelabwärts seinen Beruf nicht an den Nagel hängte und zum Beispiel seine drei Schlepper so modifizierte, dass er sie trotzdem heute noch bedienen kann. Außerdem organisierten sie mit Herrn Schuhmann, unseren angesehenen Kunstlehrer, den künstlerischen Part der Veranstaltung Art, Brass & Beat, was dann auch zum letzten Thema des Abends überleitete. Die Veranstaltung, über die schon im Mai in der Frankenpost berichtet wurde, war letztes Jahr mit über 2200 Besuchern ein voller Erfolg. Das Seminar, welches dies bewerkstelligte, trug den Namen „Event-Managment“ unter der Leitung von Herrn Bäumler. Zum Abschluss des Abends wurde ein Film abgespielt, welcher die Highlights der Veranstaltung im Juli zeigte und samt den ausgeteilten Leuchtstäben dem Abend einen würdigen Abschluss verlieh.

Es folgte noch die Verabschiedung durch den Oberstufenleiter Herrn Pickel, welcher sich nochmal bei allen bedankte, die die Seminare und den Abend möglich gemacht hatten.

 

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