ESPECWas in Frank Schätzings Buch "Limit" aus dem Jahr 2009 noch wie Fiktion klingt, ist im Jahr 2016 ein Stück näher an die Realität herangerückt: Der Weltraumaufzug. Nachdem die beiden Physiker Konstantin Novoselov und Andre Geim 2010 mit dem Physik-Nobelpreis für die Erforschung der Eigenschaften des Graphens, eine bestimmte Form des Kohlenstoffs, ausgezeichnet wurden, laufen die Forschungen für den schnellen Weg ins All auf Hochtouren, v.a. mit diesem Baustoff. Und die Forschergruppe der Space Crew Hof, um StR Christoph Selbmann, durfte jetzt mit den Großen arbeiten.

 

Es war ein ungewohnter Anblick für all die, die in den Sommerferien das Schiller-Gymnasium durch den Haupteingang betreten haben. Anstatt ein leeres Schulgebäude, in dem nur die ein oder anderen Reinigungs- oder Wartungsarbeiten durchgeführt werden, oder im zweiten Stock gerade einmal die Direktoratsebene besetzt ist, konnte man eine Gruppe von Schülern sehen, die, unter der Leitung ihres Lehrers StR Christoph Selbmann, im vierstöckigen Treppenhaus mit Laptops bewaffnet, ein Seil hinauf blicken. Es ist die Space Crew Hof und ihr Ziel ist es, hoch hinaus zu kommen. Sie programmieren gerade einen Roboter, der an einem Seil hochfährt und, auf Kommando, sich dieses auch wieder herunter bewegt. Die Schüler, das sind Dominik Schaefer, Jakob Vogt und Fabian Reiche (alle Q12), zusammen mit sieben Schiller-Absolventen des letzten Jahres. Sie trainieren für die European Space Elevator Challenge, einem Wettbewerb, bei dem es um innovative Prototypen im Hinblick auf Weltraumfahrstühle geht.

Was klingt wie Science-Fiction ist aber tatsächlich ein weltweites Forschungsgebiet. In Japan gibt es bereits Prototypen mit einer Höhe von zwei Kilometern und in Arizona (USA) soll 2017 ein fünf Kilometer hohes Testgelände eröffnet werden. Für die Schiller-Truppe ging es nicht ganz so hoch hinaus. Ihr Testgelände in Garching, bei München, war gerade einmal 20 Meter hoch, die Herausforderung aber nicht minder schwer.

Nach der Zulassung zum Wettbewerb durch die Einsendung einer Videoaufzeichung, die beweisen musste, dass das hochkomplexe Konstrukt der Space Crew Hof auch funktioniert, wurden sie zum Wettbewerb zugelassen und begaben sich in der ersten Schulwoche nach Garching. Dort starteten sie als eine von zwei Schulen in der Schul-Kategorie des Wettbewerbs, hatten aber natürlich auch Einblick in die Arbeit der Universitäten. Die Probleme waren aber die gleichen: Widerstände, Adhäsion, Kraftübertragung und komplexe Steuerungscodes für die Software waren nur einige der Hürden, die das Hofer Forscherteam mit Bravour meisterte.

Neben der mathematischen, physikalischen und informationstechnologischen Herausforderung war für die Gymnasiasten und Frisch-Abiturienten auch das mediale Interesse eine spannende Erfahrung. So berichtete u.a. die Süddeutsche Zeitung in ihrer Onlineausgabe ausführlich über die Hofer Schüler und auch die Bild-Zeitung hatte in ihrer Münchner Ausgabe einen Bericht. Bilder lieferte das Fernsehen an die Interessierten. Der Bayerische Rundfunk widmete einen kompletten Beitrag dem Wettbewerb.

Fragt man sich nun, warum Schüler dazu kommen, in ihrer Freizeit Roboter mit solchen Fähigkeiten zu bauen, so liegt die Antwort auf der Hand: Ebenso wie Schüler dazu kommen, einen Ball in ein Tor zu kicken, eine Tartanbahn entlang zu jagen oder sich durch ein 50-Meter-Schwimmbecken zu quälen - sie haben einfach Spaß daran. Und nicht nur das. Am Ende kam dann noch ein Pokal dazu, denn die hochtalentierten Schüler gewannen die Schüler-Wertung des Wettbewerbs und konnten, neben interessanten Vorträgen, u.a. durch Vertreter der ISEC (International Space Elevator Consortium), sehr viel Lob durch die Ausrichter, ein selbst gestaltetes Plakat und jede Menge Erfahrung mit nach Hause nehmen.

Wer sich auf die Spuren des Forscherteams begeben möchte, hat am Schiller dazu jede Menge Möglichkeiten. So bieten z.B. die Junior Science AG und die Robotik AG eine erste Chance, mit der Thematik in Berührung zu kommen.

Im Fokus der Kamera: Die Space Group Hof beim letzten Feinschliff des Steuercodes unter Beobachtung des Bayerischen Rundfunks

3...2...1...lift off! Der 1,6 Kilo schwere Space Elevator wird installiert. Es herrscht Helmpflicht.

Im Konzert der Großen hautnah mit dabei: Auch ein Team aus Japan, dem Vorreiterland in Sachen Weltraumaufzug-Forschung, war mit am Start (Alle Bilder: Christoph Selbmann)

 

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