hss-iconSchloss Banz 2016: „Zukunftstechnologien – Was kommt da auf uns zu?“

Werden Computer einmal schlauer sein als wir Menschen? Besteht die Möglichkeit, das Klima künstlich abzukühlen? Was ist crispr cas9? Und welches Potential hat Gentechnik in der Medizin, um zum Beispiel Behinderungen zu heilen?

All diese und noch viele weitere Fragen wurden während des Seminars „Zukunftstechnologien – Was kommt da auf uns zu?“ geklärt, das wir, Sara Ogrissek und Christina Reiner (Q11), vom 19. bis zum 20.6.2016 besucht haben.


Innerhalb dieser beiden Tage erfuhren wir viel Interessantes, Wissenswertes und Neues zu Themen wie Chancen und Risiken der Nanotechnologie, Gentechnik in medizinischen Anwendungsbereichen und bereits auf dem Markt verfügbaren, gentechnisch veränderten Lebensmitteln.
Um gleich die erste Frage zu beantworten: Einer der Referenten, Prof. Dr. Ganteför von der Universität in Konstanz, schließt die technologische Singularität, also die Problematik, dass Computer den Menschen in puncto Intelligenz „überholen“, mit hoher Wahrscheinlichkeit aus, weil sich diese seiner Meinung nach nicht uneingeschränkt verselbstständigen kann. Nachdem er uns die winzige Größe eines Nanometers (0,000000001m!) verdeutlicht hatte, ging der Professor auf Möglichkeiten, sich die Nanotechnologie in der Therapie von Hirntumoren zunutze zu machen, ein. So wird beispielsweise aktuell daran geforscht, Eisenoxidmoleküle in der Größe weniger Nanometer in den Tumor zu spritzen und diese Lösung dann mithilfe von stetig wechselnden Magnetfeldern zu erhitzen. Dabei sollen die Tumorzellen absterben, die gesunden Zellen jedoch erhalten bleiben. Eine weitere Nutzungsmöglichkeit von Teilchen in Nanogröße wäre die künstliche Klimaabkühlung. Durch ungefährlichen, künstlichen Feinstaub wird die Sonneneinstrahlung verstärkt reflektiert, was – wie im „Jahr ohne Sommer“ 1816 – zu einer globalen Abkühlung führen würde.
banz-web620Im weiteren Verlauf des Seminars erklärte Dr. Fascher vom Bayrischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz die Grundlagen der Gentechnik und vor allem neue, revolutionäre Techniken wie crispr cas9, bei der in die DNA gezielt, und nicht zufällig wie bisher, neues Erbmaterial eingefügt werden kann. Danach ging er auf die Verwendung von Gentechnik in der Lebensmittelerzeugung ein. So handelt es sich beispielsweise bei 83% des weltweiten Anbaus von Soja um gentechnisch veränderte Pflanzen. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen, besonders in Deutschland und Europa, wurden ausführlich beleuchtet: Kennzeichnungspflichtig sind alle Produkte aus gentechnisch veränderten Organismen wie Tomaten, Mais oder Öl. Nicht gekennzeichnet werden müssen dagegen alle Produkte, die mithilfe gentechnisch veränderter Organismen hergestellt werden. Fressen Kühe also gentechnisch verändertes Futter, muss die Milch oder das Fleisch nicht als solches gekennzeichnet werden! Laut einer Umfrage ist der Großteil der Bevölkerung in Deutschland gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel, aber für die Anwendung in der Medizin. Hier sind die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt: Heilmittel für Multiple Sklerose und Rheuma, Impfstoffe gegen Krebs, Gerinnungshemmer gegen Thrombosen, künstliches Insulin, ... Das Potential ist also groß, aber der Weg wird sich wahrscheinlich relativ lang und risikoreich gestalten.

Insgesamt können wir durchaus behaupten, nach diesen beiden spannenden Tagen für die Zukunft gewappnet zu sein! Wieder einmal war es eine unvergessliche Zeit, die uns viele Einblicke in die aktuelle Forschung gewährt hat.

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