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Marlena Schwotzer (Q11) durfte sich am 28. Februar über ein volles Haus freuen, als die erste Einzelausstellung mit künstlerischen Werken aus ihrer Hand eröffnet wurde. Als jüngste Künstlerin in der zwanzigjährigen Geschichte der Galerie am Theresienstein überrascht die Schiller-Schülerin mit einem an Zahl und Charakter vielfältigen Werk – und macht damit deutlich, dass Begabten-förderung an ihrer Schule ein breites Spektrum aufweist.


fangen bDer aufmerksame Betrachter erkannte in einigen der 22 Grafiken, die zumeist in Tusche angefertigt worden sind, schnell Marlenas erstaunliche grafische Netzwerke aus sich beständig begegnenden Fantasiewesen wieder. Mit ihnen hat sie sich bereits auf der Hoftexplosion über die Jahre einen Namen gemacht.

Viele neuere Blätter entfernen sich jedoch von diesem Konzept und rücken einzelne Figuren in den Mittelpunkt. Diese erscheinen ob ihrer vollkommen freien plastischen Durchformung nicht selten selbst wie eigenständige Welten, auf denen die Einbildungskraft des Besuchers Geschichten ablaufen lässt. In einem Fall ist die besagte Plastizität sogar wahrhaftig, wenn eines der Fabelwesen die Papierfläche verlässt, um sich in einer Vitrine von allen Seiten bewundern zu lassen.

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Haben die Grafiken von Marlena einen eingängigen illustrativen Charakter, so betritt sie mit ihren Objekten das bedeutende Parkett der freien Kunst auch mit dem zweiten Fuß. In einer frappierenden Vielzahl fügen sich an einer Wand die unterschiedlichsten Holzkästchen zu einem wolkenartigen Gebilde. Schmetterlinge sind hier zuhause, die in gesteuerter Zufälligkeit durch die Abklatschtechnik ihre perfekte Symmetrie gefunden haben. In formaler wie farblicher Experimentierfreude machen sie der Natur Konkurrenz.

Diese originelle Werkform wird in vielfältigen Spielarten zelebriert und bekommt so einen mal gruseligen, mal surrealistischen, mal humoristischen Anklang. Und auch köstlich können diese Schmetterlinge sein, wie die formal an einen Rorschachtest erinnernden Plätzchen zur Stärkung des interessierteren Besuchers bewiesen haben.

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Der Kurator macht sich gerne den Tenor der Frankenpost zueigen, wenn er darauf hinweist, dass der nun offizielle Einstand von Marlena Schwotzer in die Kunstszene ganz und gar gelungen ist. Dass ihre unverwechselbare Kunst einen Nerv trifft, lassen die elf Verkäufe des ersten Abends erahnen. Die Tatsache, dass neben vielen Schülern auch einige künstlerisch dezidiert minderaffine Beschäftigte des Schiller-Gymnasiums den Weg auf den Theresienstein gefunden haben, erfüllt insbesondere den Kurator mit herzlicher Freude.

Der Ruf nach Mehr läge nahe, wenn es denn möglich wäre, sich mit nur einem Ausstellungsbesuch satt zu sehen. Die Schau in der Galerie im Theresienstein ist noch bis zum 8. April geöffnet; immer Freitag bis Sonntag, von 15 bis 18 Uhr. Gegenwärtig sind dort noch 17 der ursprünglich 66 liebevoll gestalteten Kataloge zur Ausstellung erhältlich.


[Vernissage-Fotos: Annegret Schwotzer]

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