satyrica icoEine gefühlte Ewigkeit lang beschäftigen wir uns im Lateinkurs nun schon mit Petron und seinen Satyrica: übersetzen, analysieren und interpretieren,- das volle Programm. Und nun soll uns Professor Niklas Holzberg noch mehr über Petrons Werk erzählen?

Mehr oder weniger gespannt fuhren also die Lateinkurse der Q11 gemeinsam mit drei Teilnehmern aus der Q12 samt ihren Kursleitern am 27.04.2017 nach Münchberg, um sich den Vortrag anzuhören.

image1 bea450Als man den Worten von Herrn Holzberg lauschte, hätte man meinen können, man sei in einer Universität bei einer Vorlesung zur „Cena“, dem Kernstück der Satyrica, gelandet. Dies könnte daran liegen, dass der Vortragende viele Jahre lang als Professor gearbeitet hat. Dabei war er sicher sehr beliebt, denn er erzählte mit viel Begeisterung von seinen Thesen und Interpretationen zu diesem Ausschnitt des Werkes. Während er uns also seinen Gedankengang erläuterte, ist uns dann auch klargeworden, dass man wohl, vor allem in den Geisteswissenschaften, nie ausgelernt hat. Die einzig wahre Wahrheit gibt es da nämlich nicht. Interpretieren kann man, Hauptsache, es ist schlüssig, und was Petron mit seinen Worten tatsächlich gemeint hat, können wir ihn wohl schlecht fragen.

So erklärte Herr Professor Holzberg uns anhand ausgewählter Textstellen, warum die „Cena“ seiner Meinung nach erst im 2. Jahrhundert geschrieben wurde und eine Art Unterweltbesuch darstellt. Einleuchtend erläuterte er unter anderem, wie man die Farbe Silber als Symbol des Todes deuten und einen Hund, ein Ballspiel und sogar Essen mit der Unterwelt in Verbindung setzen kann.

Aber auch Hintergrundinformationen kamen zur Sprache. Zum Beispiel, dass die Geschlechter im antiken Rom nicht nach biologischen, sondern durch soziale Faktoren bestimmt wurden. So war man erst ein Mann, wenn man Bartwuchs hatte, dem Staat diente und damit Verantwortung übernahm. Alle anderen Menschen, welche diesen Kriterien nicht entsprachen, waren weilblich. Von daher waren auch Beziehungen zwischen Mann und Knabe in Ordnung. Kein Wunder also, dass auch Petrons Hauptfiguren Knaben liebten.

Nach diesem Vortrag verstehen wir nun auch, wie man sich sein Leben lang mit einer anscheinend doch nicht so toten Sprache beschäftigen kann. Denn wenn es keine endgültige Wahrheit gibt, gibt es wahrscheinlich auch kein endgültiges Ende.

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