musiklogo schillerAuch Lehrer sind ja bekanntlich lernfähig. Und da im letzten Jahr der Parkplatz der Freiheitshalle bereits um 18:40 Uhr voll war, kam ich in diesem Jahr schon um 18:30 Uhr. Stellt sich heraus: Nicht nur Lehrer lernen dazu! Doch da in der Hofer Freiheitshalle ja bekanntlich jeder Platz ein guter Platz ist, konnte man das Sommerkonzert von überall genießen - erneut mit allen Sinnen!

Es geht heute einmal anders los: Der Chef des Schillers ergreift das erste Wort, noch vor dem ersten Ton. Schulleiter Rainer Schmidt begrüßt das Publikum, rund 2000 Zuhörerinnen und Zuhörer, die Ehrengäste sowie die Pressevertreter.

Dann wird’s musikalisch - aber wie? Adrian Stieglitz dirigiert ein stehendes SBO in der letzten Reihe. Wo steht das denn bitte? Und welche Musik ist das? Ja, das Thema aus „Zurück in die Zukunft“. Und dann kommen sie - nicht etwa in einem Dolorian, sondern auf einem Kettcar. Die Moderatoren des heutigen Abends: Thomas Schaefer (Q11) und Emily Freund (ehem. Q12) führen schwungvoll, charmant und überlegt durch die Veranstaltung. Immer wieder finden sie gekonnt die Überleitung zum nächsten Stück.

Jetzt geht’s aber los. Wirklich!

Haben Sie sich schon einmal vorgenommen, ein Instrument zu lernen? Waren Sie dann nach 10 Monaten auch soweit, dass sie vor 2000 Menschen aufgetreten sind? Für unsere 5b, die Bläserklasse in Zusammenarbeit mit den Hofer Symphonikern, ist das Standard. Auch in diesem Jahr hatten sie das „Recht des ersten Tons“. Mit „Dragonfire“ von Paul Lavender und „Twist and Shout“, dem Rock `n`Roll Klassiker von den Beatles eine stilechte Eröffnung des größten Schulkonzerts der Region.

Auch die Stimme ist ein Instrument. Und der Chor der 5. Jahrgangstufe beweist das eindrucksvoll. Mit „Die Wochen davor“, besingen sie die Zeit vor dem Schuljahresende, also das jetzt. Danach beeindrucken sie chartaktuell mit „No Roots“ von Alice Merton das Publikum. Untermalt wird die Darbietung von Marlena Schwotzers (Q11) und StR Sebastian Schumanns Visualisierung, welche per Beamer auf eine Leinwand hinter den Künstlern projiziert wird. Diese werden wir am heutigen Abend noch häufiger genießen dürfen. Samuel Pohl (ehem. Q12) ist am Schlagzeug dabei. Das Publikum zeigt sich aufgewärmt und lässt erste Jubelstimmen anklingen.

Bereits im zweiten Jahr an den Instrumenten, sind die Schülerinnen und Schüler der Bläserklasse 6b. Sie eröffnen mit dem „School Spirit“, nach einem Arrangement von John Higgins und legen mit Ray Parker jr.‘s Megahit „Ghostbusters“, dem Thema zum gleichnamigen Film, nach. Das Publikum träumt nicht von Marshmallows, es applaudiert.

Der Chor der 6. und 7. Jahrgangsstufe besingt dann den „Boulevard of Broken Dreams“. Die US-Band Green Day besingt in dem Song die Zeit, in der Frontmann Billie Joe Armstrong in New York lebt, seine Erfahrungen mit dem Alleinsein und den Kampf mit seinen inneren Dämonen. Von dieser düsteren Stimmung sind die jungen Sängerinnen und Sänger jedoch weit entfernt. Sie füllen die Bühne mit musikalischem Leben. Anton Gau (7a) rockt dabei so richtig an der E-Gitarre, Richard Guballa (9Pc) groovt am E-Bass und Samuel Pohl gibt den Rhythmus am Schlagzeug.

„Die Streichhölzer“ nehmen sich dem Coldplay-Klassiker „Viva la vida“ an. „Shattered windows and the sound of drums“ werden dabei durch filigrane Streicher bespielt, die auf ihren Instrumenten den Indie-Rock-Titel zum Klingen bringen.

Das Jugendblasorchester Hof spielt „They are coming“, von John E. Blackstone. Das christlich ausgerichtete Leben des Komponisten, schlägt sich auch in seiner Musik nieder. Die Blechblasinstrumente geben dem Stück die notwendige Fülle. Der Lohn ist der anerkennende Applaus der Zuhörer.

Michael Bublé hat es 2003 gesungen, die Pussycat Dolls 2004 - und das „JBO“ spielt es 2018: Sway (Quien Sera), das Jazz-Stück von Norman Gimble und Pablo Beltran Ruiz, in einem Arrangement von Michael Brown. Let’s swing!

Ihre eigenen Bühne bekommt Mai Nguyen (Q11). Die junge Künstlerin zeigt am Klavier eine begeisternde Perfomance von „Glassy Sky“, einem in vielen Animes verwendeten Song von Yutaka Yamada. Doch statt endloser Zeitlupen von Zeichentrickfiguren, die durch die Luft fliegen, um einen Volleyball zu treffen, gibt es ein begeistertes Publikum in Echtzeit. Eine vollendete Darbietung.

Das Schulorchester nimmt sich dem 4. Satz der 9. Sinfonie „Aus der neuen Welt“, von Antonín Dvořak, an. Klassik meets Pop - denn danach kommt ein ABBA-Medley. Mamma mia, S.O.S. und Dancing Queen animieren das Publikum zum rhythmischen Mitwippen und einer Applaus-Arie.

Beim Ensemble „Röschpekt!“, welches danach kommt, stelt man sich in jedem Jahr wieder die gleiche Frage: Wie können die dieses unfassbar hohe Niveau halten und wo an unserer Schule wachsen solche Gesangstalente? Jedes Jahr verlassen tragende Sängerinnen und Sänger nach dem Abitur das Ensemble - und werden nahtlos ersetzt. Auch beim „Chanson d’amour“ merkt man, dass das Gesangsensemble - übrigens aus Schülern und Lehrern zusammengesetzt - eine harmonische Einheit auf der Bühne ist. Tim Schubert (ehem. Q12) hat den Flug nach Neuseeland noch etwas nach hinten verschoben, um am Klavier zu begleiten. Dann der Titelsong des Abends: Michael Jacksons „Man in the mirror“. Applaus, fast so lang wie das Lied selbst.

Das Intro für das nächste Lied wird auf ganz besondere Art und Weise angesagt: Scott is back! Scott „Scotty“ Taber, bereits jetzt ein legendärer Austauschschüler an unserer Schule, ist zurück. Und der Texaner kündigt das Lied an, welches als Südstaaten-Hymne der USA gilt. Dabei starb ein Großteil der Band die es gesungen hat 1977 bei einem Flugzeugabsturz. Der 20. Oktober 1977 ging deshalb in Madonnas „American Pie“ als „The day the music died“ ein. Doch das „Sweet Home Alabama“ in der Version vom 12. Juli 2018 lässt die Musik hochleben. Erst recht, wenn Luisa Ruckdeschel (Q11) zum Mikrofon greift, Moritz Werner (9Pc)  und Richard Guballa (9Pc) in die E-Gitarrensaiten hauen, Josef Mantel (9b) den E-Bass brummen lässt, Johanna Trzcielinski (9c) sich ans Schlagzeug setzt und StR Adrian Stieglitz in die Tasten haut. Im Hintergrund der Dixie-Chicks-Backgroundchor. Der erste Kopfstand des Publikums an diesem Abend.

Und die „Big wheels keep on turning“: James Bond is in the house: „Goldfinger“! Eine Visualisierung der Extraklasse. Die 7a hatte es als Projekt, den Schulchor zu unterstützen - und das Ergebnis kann sich sehen lassen - ist ja auch eine Visualisierung. Nur Gert Fröbe fehlt - aber wer kennt den schon noch? Dafür sitzt Tim Schubert wieder am Klavier.

Geri Halliwell ist da schon noch etwas bekannter. Auch wenn die das Lied „It’s raining men“ nur von den Weather Girls gecovert hat. Der Schulchor, nun visuell durch den Wahlkurs „Freies Gestalten“ sowie die Klasse 5a unterstützt, läutet das große Finale ein.

Und das beginnt mit dem Symphonischen Blasorchester in Zusammenarbeit mit den Hofer Symphonikern. Das „Concerto D’Amore“ passt perfekt zum heutigen Abend. Auch dieses Sommerkonzert ist eine Liebeserklärung an die Musik. Im Klassenzimmer nicht erwünscht, ist es für die Bühne umso besser gemacht: „Let’s Get Loud“ heißt die Devise. Das Publikum erfüllt dem „SBO“ den Gefallen. Hoffentlich hält die Freiheitshallen-Statik diesen Applaus aus. Denn es geht noch mehr. 400 Mitwirkende kommen, standesgemäß am Ende des Konzerts, auf die Bühne. Und so performen das SBO und der „Schiller-Chor“ „Like ice in the sunshine“. Damit sprechen sie dem Publikum aus der Seele. Doch die Hitze des Abends ist hausgemacht. Das Publikum johlt, die Halle kocht. Schiller-Hauskomponist Peter Lawrence sei Dank. Er hat dieses Stück extra für unsere Schulmusiker arrangiert.

Und am Ende wird „Danke“ gesagt. Für die Einstudierung an Rüdiger Arlt, Slawek Dudar, Benjamin Sebald, Rainer Streit, Markus Jung und Irene Thurn.

Danke an das Technik-Team Stefan Bäumler, Bastian Burghardt, Erik Spörl (7f), Henrik Haasler (8c), Tobias Meister (8e), Julius Zapf (9a), Albert Flat, Nils Kolodzyck, David Schatz (alle 9e), Mai Nguyen (Q11), Luca Dietmann (Q11) und Andreas Waldhütter (ehem. Q12).

Danke an Shanice Berzaitis (ehem. Q12), die für die Programm-Titelgestaltung verantwortlich war. Sie erstellte die Assemblage „Man in the Mirror“ aus Spiegelscherben. Bringt sicher keine sieben Jahre Pech.

Last but not least: Ein Team wie Bonnie und Clyde, Susie und Strolch oder C3PO und R2D2. Wobei - können Musiklehrer eigentlich nicht harmonieren? Nicole Rösch und Adrian Stieglitz stemmen eine Mammut-Musikveranstaltung in die Hofer Freiheitshalle, als wäre es ein Wandertag an den Untreusee. Danke! Chapeau! Bis zum nächsten Jahr!

 

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