Kokott und Georgi LogoWie dem berühmten Rattenfänger vom Hameln waren die Schülerinnen und Schüler der sechsten und siebten Jahrgangsstufe dem Ruf in die Aula gefolgt: Es stand eine besondere Doppelstunde im Fach Deutsch an. Die Künstler Christian Georgi und Jörg Kokott hatten die Siebtklässler dabei zunächst mit Balladen gelockt, bevor die Sechstklässler dem Angebot „Fabeln“ nicht widerstehen konnten. Eine sehr gelungene Entführung aus dem alltäglichen Deutschunterricht in eine fantasievolle und lehrreiche Welt!

Und so stand dann auch unter anderem die „Ballade vom Rattenfänger“ auf dem Programm der beiden Künstler, die die Texte aus unterschiedlichen Epochen musikalisch einfallsreich interpretierten und virtuos umsetzten: Jörg Kokott an verschiedenen Zupfinstrumenten und stimmlich-gesanglich im Dauereinsatz, Christian Georgi als Meister seines Fachs am Saxophon und an mannigfaltigen Flöten, unter anderem eben auch der „Zauberflöte“, die den Darbietungen immer wieder eine besondere und überraschende Note verlieh. Zahlreiche Balladen dürften den Zuhörern dabei bekannt vorgekommen sein, denn „Der Zauberlehrling“ oder „Der Handschuh“ sind aus dem Deutschunterricht kaum wegzudenken. Thematisch hinterließen die ausgewählten und mit Witz und Charme vorgetragenen Balladen vor allem Eindruck, da „Liebe“ und „Tod“ in zahlreichen Ausprägungen die erzählten „Tanzlieder“ (Ballade als südfranzösische, mittelalterliche Trobadordichtung) beherrschten. Und „erzählen“ ist das, was die beiden Künstler besonders gut beherrschen, indem sie den Zuhörern musikalische Ideen und Assoziationen geben, die diese für eigene Interpretationen der Texte nutzen können. Sicherlich ergeben sich für die Zukunft für die Schüler neue Zugänge und Wege für Vortragsmöglichkeiten, um einen langweiligen und einschläfernden Balladenvortrag zu vermeiden. Balladen, das zeigte der heutige Vormittag, sind nämlich durchaus spannend, witzig und unterhaltsam und damit der Auseinandersetzung wert!
Nur scheinbar einfach und leicht verständlich ging es für die Sechstklässler mit Fabeln weiter, die vordergründig mit sprechenden Tieren oder Pflanzen in nachvollziehbarer Umgebung kleine Begebenheiten präsentieren. So treffen verschiedene Obstbäume aufeinander oder Ameise, Fuchs, Löwe und Ochse (Namensgeber des Programms „Der Ochse auf der Löwenhochzeit“) kommunizieren miteinander, nicht ohne freilich eine Moral im Mittelpunkt zu haben. Diese zu erschließen fiel manchem Schüler dann doch nicht so leicht, da konzentriertes Zuhören und flexibles Mitdenken erforderlich waren und von Jörg Kokott immer wieder eingefordert wurden. Zahlreiche Ideen der Schüler lieferten aber auch neue Fortsetzungen oder interessante Denkansätze, die die Musiker in ihren einfallsreichen musikalischen Interpretationen aufgriffen oder kontrastierten. Sicherlich dürfte der ein oder andere Zuhörer eine Lebensweisheit aus bekannten und auch eher unbekannten Fabeln für sich in die letzten Schulwochen mitgenommen haben.
Von den eindrucksvollen Klängen der Zauberflöte begleitet wurden die „Kinder“ der „Rattenfänger“ schließlich in ihre schulische Alltagswelt entlassen, nicht ohne reiche Eindrücke und Erfahrungen mit Texten, die sie – wie in der Ballade – in alle Welt weitertragen können. Vielen Dank an die beiden Künstler und sicherlich „auf Wiedersehen“ in einem der nächsten Schuljahre!

Zogen die Schülerinnen und Schüler in ihren Bann - wie einst der Rattenfänger von Hameln

Eine volle Aula des Schiller-Gymnasiums - gespannt lauschen die Schülerinnen und Schüler den Texten

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