brassbeat ico „Der Parkplatz ist voll!“ ist bereits ab kurz vor halb sieben die offizielle Begrüßung an der Freiheitshalle. Über 2200 Besucherinnen und Besucher strömen an diesem Abend in eine der größten Hallen Nordbayerns, in Erwartung eines musikalischen Events der Spitzenklasse - und das sollen sie auch bekommen!

 

Als im Jahr 2014 das Event „Brass & Beat“ über die Bühne gegangen war, war das mediale Echo überwältigend. Initiiert vom P-Seminar „Eventmanagement“ des Schiller-Gymnasiums, unter der Leitung von OStR Stefan Bäumler, welches für die Leistungen u.a. mit dem oberfränkischen P-Seminarpreis ausgezeichnet worden ist, ging ein Mammutprojekt zu Ende, welches man - von einer Schule organisiert - in der Region wohl noch nie erlebt hatte. Als dann im Schuljahr 2016/2017 eine Neuauflage des P-Seminars gestartet wurde, kamen schnell die Rufe: „Das gabs doch schon!“ „Denen fällt nichts Neues ein!“. Nun, wenn zwei Kinder den gleichen Namen tragen, sind sie doch eben keine Zwillinge, oder?

Gestartet wurde der öffentliche Teil des Projekts bereits am 3. Juli 2017 mit einer Kunstvernissage im Foyer der Freiheitshalle, denn anders als 2014 war nun der Name der Veranstaltung „Art, Brass & Beat“. In Kooperation mit dem Therapeutischen Zentrum Hof, hatte hier StR Sebastian Schuhmann vom Schiller-Gymnasium die Fäden in der Hand. Auf beeindruckende Art und Weise wurde eine Ausstellung gestaltet, die für den künstlerischen und medienpädagogischen Teil des Projekts stand. Diese fand bereits großen Anklang und viel Lob von allen Seiten.
Und dann kam eben jener Samstag im Juli, an dem der Parkplatz vor der Freiheitshalle restlos besetzt war und sich die Autos bis hinter die Kirche St. Konrad reihten.
18:55 Uhr: Eine Rap-Chor-Gruppe, bestehend aus rund 150 Schülerinnen und Schülern, steht neben der Bühne und begrüßt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit dem eindringlichen Slogan: „Brass and Beat ist cool!“ Und damit ist alles gesagt. Jetzt heißt es anschnallen!

Symphonisches Blasorchester des Schiller-Gymnasiums in Kooperation mit den Hofer Symphonikern

19:00 Uhr: So sieht es aus, wenn ein professionelles Orchester die Bühne betritt: Kein Notenpult wird umgeworfen, keiner spricht, kein Blatt fällt zu Boden. Das Symphonische Blasorchester des Schiller-Gymnasiums in Kooperation mit der Musikschule der Hofer Symphoniker betritt die Bühne. Es entsteht eine Spannung, denn jeder wartet auf ihn: den Maestro! Benjamin Sebald, der Dirigent, der Motivator, der Mann, der es schafft 70 Schülerinnen und Schülern an ihren Instrumenten zu Höchstleistungen anzuspornen. Kurze Verbeugung. Lasst uns mit der Vorstellung beginnen! Mit dem „Universal Studio Theme“ setzen sie bereits bei der Einleitung ein erstes Erkennungszeichen. Als direkt im Anschluss noch die „Dolby 5.1-Hymne“ folgt, mit denen Kinos gerne ihre Soundanlage zur Schau stellen, merkt man bereits zum ersten Mal, dass der Mund beim Schmunzeln offen steht. Doch mit den bekannten Melodien geht es direkt weiter: ein Medley der bekanntesten Hits von Ennio Morricone begeistert die Zuschauer. Medial wird die Musik dann auch noch begleitet. Bis zu sechs Kameramänner und -frauen sind, ganz in schwarz gekleidet, auf der Bühne unterwegs und fangen die Musikerinnen und Musiker in Aktion ein. Alles im Livebild auf einer großen Videowand über den Köpfen des Orchesters. Dann kommt ein erster ruhiger Akzent: „Mountain Wind“ beweist die filigrane musikalische Klasse des Orchesters. Gestochen scharfe Töne, alles unter den punktgenauen Taktschlägen des Dirigenten.
Dann Umbau. Es mischt sich ein Mann in Uniform und mit E-Gitarre unters Orchester. Und eine junge Dame mit Mikrophon kommt nach vorne. Es ist Luisa Ruckdeschel, Schülerin des Schiller-Gymnasiums. Wird sie etwas? Ja! Besucher des Sommerkonzerts vom vergangenen Dienstag ahnen bereits was kommt: Das Musical-Medley aus „Eye of the Tiger“, „What a feeling“, „Fame“ und „Thank you for the music“ soll der Außentemperatur von 30 Grad zum ersten Mal zeigen, dass es hier in der Halle noch heißer werden kann. Szenenapplaus, rhythmisches Klatschen - das Publikum geht voll mit. Und Luisa schaukelt, synchron mit dem Orchester, die Stimmung immer weiter nach oben. Soll das nach knapp 30 Minuten bereits der Höhepunkt gewesen sein? Und warum geht das Orchester jetzt?

Druckreif & Friends
Herren in schwarz betreten die Bühne. Und eine Dame mit roten Handschuhen. Rowdys? Groupies? Quatsch! Das ist die Frankenpost-Band „Druckreif & Friends“. Jetzt wird’s rockig. Die Frankenpost, nicht nur Medienpartner der Veranstaltung, stellt gleichzeitig auch noch tatkräftige musikalische Unterstützung zur Verfügung. Und es hagelt gleich die ersten harten Gitarrenriffs! Mit einem Steppenwolfs-Medley von „Magic Carpet Ride“ bis „Born to be wild“ bringen sie den Sound der Achtziger in die Halle. Man wartet jeden Moment auf Dennis Hopper und Peter Fonda, wie sie auf ihren Motorrädern in die Freiheitshalle kommen. Doch stattdessen geht die Band!

Heeresmusikkorps Veitshöchheim

Es betreten Damen und Herren in grau die Bühne. Auch hier fällt kein Pult um, kein Blatt wackelt - und als der Dirigent die Bühne betritt, verraten die Musikerinnen und Musiker ihren militärischen Hintergrund: es ist das Heeresmusikkorps Veitshöchheim unter der Leitung von Oberstleutnant Roland Kahle. Eine musikalische Abteilung der Bundeswehr, in die man nicht einfach aufgenommen wird, sondern wofür auch die besten Musikerinnen und Musiker der deutschen Bundeswehr ein Auswahlverfahren durchlaufen müssen. Doch heute Abend wird nicht für internationale Staatsoberhäupter gespielt, nein, heute Abend sind sie in Hof, bei „Brass & Beat“. Und bereits bei ihrem ersten Lied, der „Pineapple Poll“ beweisen sie musikalisches Feingefühl. Und dann ist er da: Michael Bublé!!! Ok, ich sitze ganz hinten und kann nicht erkennen, ob er es wirklich ist. Doch beim „Swing an Latin with Michael Bublé“-Medley liefert der Herr im Bublé-Zwirn eine täuschend echte Vorstellung ab. Wie schon 2014, schafft es das Heeresmusikkorps das Publikum durch ihre professionell-unterhaltsame Art zu begeistern. Ohne Uniformen könnte man sie fast mit dem Glenn-Miller-Orchestra verwechseln, so sehr reist es einen auf seinem Hallensitz mit.

20:30 Uhr: Dann ist Pause. Zeit den lauen Wind des Hofer Spätsommerabend zu genießen. Einstimmige Meinung in Foyer: Wow! Was für ein Konzert!

All together now!

Es geht weiter. Und jetzt wird die Bühne richtig voll. Neben dem Heeresmusikkorps nimmt nun auch das Symphonische Blasorchester des Schiller-Gymnasiums in Kooperation mit den Hofer Symphonikern, zusammen mit der Bläserklasse des Therapeutischen Zentrums Hof sowie die Frankenpost Band „Druckreif & Friends“ auf der Bühne Platz. Es dirigiert: Wolfgang Amadeus Sebald - dem Outfit nach! Mit einer Light-Magic-Show werden das Publikum, der Dirigent sowie das Orchester erleuchtet. Musik ab! Einer der größten wird musikalisch zitiert: Falco! Das klingelnde Telefon ist dabei kein störendes Mobiltelefon - es ist „Vienna Calling“. Inklusive Gesang, Background Chor und 150 Musikerinnen und Musikern startet nun die Show, die das Publikum mitreißen wird.
Und dann Ike und Tina - plus 150! Mit „Proud Mary“ startet es - mit den Worten von Ike Turner: „Nice and easy!“ Doch wer „Proud Mary“ kennt weiß, dass dieser Song nur am Anfang wie ein alter Schaufelraddampfer auf dem Mississippi dahindümpelt. Das Lied endet in einer Welle aus R’n’B im Stile einer Tina Turner.
Und mit der geht es nahtlos weiter: Wer an diesem Abend hört und sieht, wie unsere Schülerinnen und Schüler auf Augenhöhe mit einer der besten Militärkapellen der Welt die Bühne, die Halle, das Publikum zum Brennen bringen, der wird mir beipflichten, dass sie den nächsten Titel für sich selbst gespielt haben: „The Best“. Denn was hier auf der Bühne abgeht, ist „simply the best“!
Der Dirigent wechselt - und ein Klassiker jagt den nächsten. Joe Cockers „Feeling allright“ wird nicht nur musikalisch nahe am Original wiedergegeben, sondern auch durch die Bühnenperformance des Sängers. Die abgehakten Joe-Cocker-Moves könnten auch vom Original sein.
Ein Künstler konnte heute Abend scheinbar nicht verpflichtet werden: Jon Bon Jovi. Vielleicht wurde er in New Jersey aufgehalten? Ein Medley seiner größten Hits wird ohne Gesang wiedergegeben. Tja, da hat er dann eben was verpasst!
Rücksprung in die späten Siebziger: „Gimme some lovin‘“ von den Blues Brothers. „Druckreif“ ist nun auch wieder mit dabei. Und die Bässe trommeln. Nicht von Donald „Duck“ Dunn, sondern von Dominik Schaefer. Die Rhythm-Section treibt das Orchester an, das Publikum feiert die Musikerinnen und Musiker frenetisch.
Ab nach Australien. So warm ist es mittlerweile in der Halle locker. Mit „Whole lotta Rosie“, im Original von AC/DC, werden die Zuhörerinnen und Zuhörer zum Mitklatschen animiert. Der Applaus hält minutenlang an.
Nun macht sich ein Hauch Wehmut im Saal breit. Es scheint aufs Ende zuzugehen. Auf der Videoleinwand werden Bilder der Proben und Vorbereitungen gezeigt. Es werden Schülerinnen und Schüler beim Musizieren, Flyer gestalten oder beim Kreieren der Kunstwerke für die Vernissage eingeblendet. Lehrerinnen, Lehrer, Hausmeister, Techniker, Kamerateams, Redakteure, Graphiker und viele mehr! Und der Schlussslogan auf der Leinwand fasst es dann perfekt zusammen: Danke an euch!

Dann kommt der Gänsehautmoment, den wahrscheinlich alle von dieser Veranstaltung mit nach Hause nehmen werden: es werden Leuchtmittelstäbe verteilt, die die Freiheitshalle in bunte Farben tauchen. Und auf der Bühne: Alle zusammen. Ein Lied. John Miles‘ „Music“. Luftschlangenkanone und ein Fortissimo zum Abschluss, machen diese Veranstaltung unvergesslich.
Als Zugabe haben sie noch „Musik sein“ mit dabei. Doch als nach dieser keiner die Halle verlassen will, zaubern die Veranstalter noch einen aus dem Hut. „Hey Jude“, nicht nur zweite Zugabe, sondern auch musikalisches Fundament für einen bunten Flashmob vor der Bühne. Alle Schülerinnen und Schüler, die gerade nicht musizieren, aber dennoch mit dabei waren, kommen aus dem Publikum vor die Bühne und animieren die Zuhörer zum rhythmischen Schwenken ihrer Leuchtstäbe.

Und so klingt er aus. Der Abend mit „Art, Brass & Beat“ - das Konzert. Danke an alle Mitwirkende, im Vorder- und im Hintergrund. Danke an den „Vater“ von „Art, Brass & Beat“, Stefan Bäumler, danke an den "Mozart der Blechbläser", Benjamin Sebald. Danke an die Lehrkräfte Hanna Dumann, Bastian Burkhardt, Sebastian Schumann sowie ihre Kurse und Klassen, die Frankenpost Hof, das Therapeutische Zentrum Hof sowie all die weiteren externen Partner und Sponsoren, ohne die das Projekt nicht hätte umgesetzt werden können.

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