soko icoDie Herausforderung ist nicht nur das Konzert an sich - es sind die immensen Erwartungen der Zuhörerinnen und Zuhörer. Vor jedem Sommerkonzert des Schiller-Gymnasiums, welches mit 400 mitwirkenden Schülerinnen und Schülern, 10 Lehrkräften, 13 Technikern und über 1.500 Zuschauern so manch professionelle Bandtour in den Schatten stellt, ist die Frage doch immer: „Wird es wieder so gigantisch wie im letzten Jahr?“ Für 2017 lautet die Antwort: Ja!

 

Traditionell eröffnen die jüngsten Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Sommerkonzert des Schiller-Gymnasiums. Die Bläserklasse 5b in Zusammenarbeit mit den Hofer Symphonikern bringt schwungvoll die bekannten Melodien von „When the saints go marching in“ sowie den „Carnival in Rio“ auf die Bühne. Mit noch nicht einmal einem Jahr Instrumentalerfahrung ist die Leistung nicht hoch genug zu würdigen. Vor allem wenn man bedenkt, dass sie vor gut 1.500 Besuchern in der gut gefüllten Freiheitshalle ihre Nervosität und Aufregung schon fast professionell im Griff haben.

Für die nächste Darbietung können einige Schülerinnen gleich auf der Bühne bleiben. Der Chor der 5. Jahrgangsstufe lässt Kindheitserinnerungen an alte Zeichentrickfilme aufleben. Bei „Hey, hey Wickie!“ überlegt man automatisch, ob man den Text noch zusammenbekommt, den man früher regelmäßig aus dem Fernseher klingen hörte. Parallel zum zweiten Stück, „Human“, zeigt dann das Technikteam im Hintergrund zum ersten Mal eine beeindruckende Neuheit: Zu zahlreichen Stücken gibt es in diesem Jahr passende Visualisierungen: mit Morphing, also dem ineinander Übergehen von Gesichtern einiger Schiller-Schüler, wird der ausdrucksstarke Gesang des jungen Chores zusätzlich bildgewaltig untermalt.
Im letzten Jahr noch als „die, die ihr Instrument noch nicht einmal seit einem Jahr spielen“ vorgestellt, ist ihnen in diesem Jahr die Erfahrung des zusätzlichen Lehrjahres deutlich anzumerken. Es ist erstaunlich, wie man innerhalb zweier Jahre ein Instrument so erlernen kann, dass man mit der Behauptung „Die können es aber!“ schon nicht mehr zur Übertreibung neigt. Passend zum Geist des Schiller-Gymnasiums spielt die Bläserklasse 6b den „School Spirit“ von W.T. Purdy, um dann im Anschluss eine erste Groove-Welle über die Halle kommen zu lassen: Mit „Funky Town“ begeistern sie die Zuhörer.

Als ob sie es im Vorfeld geahnt hätten, dass am Sommerkonzert-Abend eine der wenigen lauen „Summer Nights“ über Hof liegt, werden diese vom Chor der 6. und 7 Jahrgangsstufe besungen. Und mit „Grease“ geht es gleich weiter: „We go together“!

Ein neues Ensemble betritt die Bühne: Die Streichhölzer. Und der Name ist Programm - alles Streicher, keine Bläser! Mit Duke Ellingtons „It don’t mean a thing“ swingt es in der Freiheitshalle. Danach geht’s mit dem Schüler-Motto Nummer eins weiter: „Probier‘s mal mit Gemütlichkeit“ - das Dschungelbuch liegt in der Luft! Für ein Schulkonzert ein guter Titel - für die Schiller-Familie, die immer wieder ihre Klasse beweist, ein perfekter Titel: „We are family“.

Dann das Jugendblasorchester. Ein Medley der besten Hits der amerikanischen Band „Green Day“ wird präsentiert. Von „American Idiot“ bis „Wake me up when September ends“ ist alles mit dabei. Von den USA nach Deutschland - nicht in der „Air Force One“ - sondern musikalisch, also mit Trumpets, wird der Klassiker „Altes Fieber“ zum Besten gegeben. Als Komponisten sind Michael Breitkopf und Andreas Meurer angegeben - die „Toten Hosen“ haben es zuletzt wieder reanimiert.

Und dann kommt eine Einlage der Schiller-Percussionisten: Auf jedem Instrument gelten die „Erinnerungen an Zirkus Renz“ als schwieriges und gleichzeitig beeindruckendes Stück, allein wegen der Geschwindigkeit. Auf einem Xylophon, Marimbaphon und Vibraphon gespielt, kommt dann noch voller Körpereinsatz dazu - und eine witzige Daumenkino-Animation! Der Saal tobt! Bravo Samuel Pohl, Johannes Wolfrum und Lena Zettl!

Die Bühne wird umgebaut. Das Schulorchester tritt auf. Schon nach den ersten Akkorden von „Now you see me“ ist klar: Diese Performance allein wäre schon klasse gewesen. Doch durch Jule Feulners Visualisierung auf der Leinwand hinter dem Orchester wird auch diese Darbietung zum audiovisuellen Leckerbissen. Bild + Ton = Reizüberflutung? Quatsch! Gaga wird hier keiner! Oder doch? Das nächste Stück schreit: Ja! Es ist ein „Lady Gaga Hit Mix“. Keiner sitzt, wie das Original, im Wurst-Kostüm auf der Bühne. In Hof wäre das doch mal ein Bekenntnis zur Heimat der besten Metzger!

Und damit der Bogen zum nächsten Lied: „Home“. Das Ensemble „Röschpekt!“ ist wieder da. Bereits auf der Abi-Verabschiedung gaben sie diesen Michael-Bublé-Klassiker zum Besten. Zur Vorbereitung auf den heutigen Abend, habe ich mir extra die Version des samtstimmigen Kanadiers gegönnt. Hätte ich nicht machen müssen - bei „Röschpekt“ gibt’s die gleiche Samthaftigkeit - und alles mit der harmonisch höchstwirksamen Dosis Gefühl. Mit „I Got Rhythm“ wird dann auf das Gefühl von eben noch einer draufgejazzt. Man neigt dazu, es als „Super, wie immer!“ zu bezeichnen. Doch ist genau das „wie immer“ dabei die herausragende Leistung, bedenkt man, dass das Ensemble nach dem letzten Schuljahr eigentlich einige tragende Kräfte ziehen lassen musste. Doch das ist in keinster Weise aufgefallen!

Jetzt wird’s modern. Mit „Empire State of Mind“ aber gleichzeitig auch musikalisch höchst anspruchsvoll. Doch die Rock-Combo des Schillers legt eine Version des Stücks in den Saal, bei dem sicherlich auch Alicia Keys der Mund offen gestanden wäre. Gleich mit einer doppelten Untermalung - nämlich den bereits beschriebenen „Visual Effects“ der Stadt New York und einem gigantischen Backgroundchor, der das Fundament für Luisa Ruckdeschels Empire-State-Building-high-mind-blowing Gesangs-Performance bildet.
Gäbe es heute Abend Stühle, mit denen man sich umdrehen kann, wenn einem eine Perfomance gefällt, man hätte sie gleich vom ersten Stück an zur Bühne gerichtet lassen können. Doch auch ohne dieses „Voice of Germany“-System kommt nun Samu Haber, zumindest ein Stück seiner Band „Sunrise Avenue“. Mit den „Hollywood Hills“ animieren die Sängerinnen und Sänger den Saal dazu, die Feuerzeuge rauszuholen. Die Hitze hätte dann gleich das im nächsten Stück genutzt werden können: „Summer in the City“ ist aber auch ohne Feuerzeuge der Burner.

Sie sind eine Institution unserer Konzerte, eines der Aushängeschilder der musikalischen Arbeit des Schiller-Gymnasiums in Zusammenarbeit mit den Hofer Symphonikern: Das Symphonische Blasorchester Hof. Stilvoll eröffnen sie ihren Konzertteil mit dem „Universal Studios Theme“. Es soll nur die Einleitung zu dem sein, der zahlreiche Filme dieses Studios musikalisch ausgestattet hat: Ennio Morricone! „Spiel mir das Lied vom Tod“ wird heute nicht von einem jungen Charles Bronson auf der Mundharmonika gespielt, sondern von einer „Wilden Horde“ an Blasinstrumenten, die einen Klassiker nach dem anderen des musikalischen Genies in „Moments for Morricone“ zum Besten geben. Vom einen Mann, der mit zwei Revolvern gegen alle auszog, geht es dann zunächst zu dem einen Mann, der dies mit seinen Fäusten im Boxring versuchte. „Eye of the tiger“ leitet das „The World of Modern Musical-Medley“ ein. Unterschied zum Rocky-Film: Anstatt eines nuschelnden Sylvester Stalone haben wir nochmal Luisa Ruckdeschel! Wow! “What a feeling”, wenn man dem SBO zuhört. Klar, dass ihr “Fame” über die Grenzen von Hof hinausreicht. Bleibt nur zu sagen „Thank you for the music“! Thank you, Luisa Ruckdeschel! Das Publikum klatscht, tobt, springt auf! Ein weiterer Dezibel-Applaus-Rekord? Bis jetzt!

Das Schiller-Sommerkonzert vereint Jahr für Jahr Tradition und Innovation. Neue Ideen, wie in diesem Jahr die Visualisierung einiger Stücke, treffen auf „Altes Fieber“ - und so ist auch das gemeinsamt Abschlussstück, mit 400 beteiligten Musikerinnen und Musikern auf der Bühne so ein traditionelles Element. Das Stück in diesem Jahr: „We are the world“. Ursprünglich vom „King of Pop“, Michael Jackson, zusammen mit Lionel Ritchie für „USA for Africa“ geschrieben, hat es in der Darbietung des SBOs zusammen mit dem „Schiller-Chor“ der 5. bis 12. Jahrgangsstufe nichts an seiner Gänsehaut-Wirkung verloren. Die Solo-Parts von Jana Frank und Elisa Pöllmann bringen den Saal zum Knistern. Man weiß nicht, ob man für den Szenenapplaus aufspringen, oder, gespannt wartend auf das nächste Solo, doch in seinem Sitz verharren soll. Am Ende entscheiden sich dann alle fürs Aufstehen. Encore! Die Zugabe gibt’s obendrauf!

Ein gigantisches Konzert ist zu seinem Ende gekommen - doch heißt es Schiller-musikalisch in diesem Jahr: Nach dem Sommerkonzert ist vor Brass & Beat! Bis zum 8. Juli!

Ein großer Dank an (in order of appearance): Rüdiger Arlt, Marek Olszowka, Benjamin Sebald, Rainer Streit (Einstudierungen), Nicole Rösch (Gesamtleitung), Katja Grundmann, Markus Jung, Willi Melzer, Adrian Stieglitz (Einstudierungen), Stefan Bäumler, Bastian Burghardt, Erik Spörl, Henrik Haasler, David Schatz, Julius Zapf, Albert Flat, Nils Kolodzyck, Tobias Meister, Mai-Lin Nguyen, Luca Dietmann, Andreas Waldhütter, Thomas Laar (Technik), Sebastian Schumann (Umschlaggestaltungen und Visualisierungen)

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