Wer am Donnerstagabend ins Theater gekommen war, um klassisches Theater zu sehen, wurde belohnt. Wer gekommen war, weil man etwas Modernes erwartete, wurde belohnt. Die Theatergruppe des Schiller-Gymnasiums, unter der Leitung von Frau StRin Andrea Bischoff und Frau StDin Heike Zimmermann, schaffte den Spagat zwischen dem klassischen Stück "Komödie der Eitelkeit", von Elias Canetti, aus dem Jahr 1933 und einer postdramatischen Inszenierung.

IMG 5486-bea600Der Titel #nomirrornocry, wichtig, das Hashtag (#) wird betont, ließ eine moderne Herangehensweise der Theatergruppe schon erahnen. Was Elias Canetti im Jahre 1933 noch mit dem Ziel veröffentlichte, "das Jahrhundert an der Gurgel zu packen" (Axel Schmitt, literaturkritik.de), brachte das Schiller-Gymnasium als postmoderne Inszenierung ins Jahr 2015. Als Szenencollage im Stile der früheren Dramatisches Gestalten-Kurse fanden sich die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler unserer Schule gleich in mehreren Rollen wieder. Angelehnt an die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten, metaphorisiert durch die Unterdrückung der Eitelkeit bei Canetti, waren es auch im Schulstück die Spiegel und Bilder, die den Künstlern entzogen wurden.

IMG 5480-bea600Und so blieb am Ende nur der tiefe Narzissmus, der ihnen den Glauben an die eigene Schönheit noch erhielt. Ob auf dem nächtlichen "Augen-Spiegel-Strich" oder Monologen zur Hässlichkeit der Mitmenschen, die Schülerinnen und Schüler überzeugten auf ganzer Linie. Und auch am Ende, als der Spiegel, der während des Stücks dem Publikum vorgehalten werden sollte, umgekehrt wurde und die Schauspieler sich ihrer eigenen Fratzen bewusst wurden, blieb die Spannung im gut gefüllten Saal des Theater erhalten und löste sich in tosendem Applaus auf.

"Großartig, sage ich. Großartig, kolossal!"

 

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