indexAm 26. Juni 2018 besuchte die Klasse 6c mit ihrer Deutschlehrerin Frau Körner das „Museum Bayerisches Vogtland“ in Hof, wo die „Sagenexpertin“, Frau Elisabeth Walther, viele lustige, spannende und gruselige Hofer Sagen erzählte, z.B. die Sage von der Totenmesse in der Lorenzkirche oder die Sage vom langen Mann in der Mordgasse, der heutigen Auguststraße, der immer kam, wenn Hof Unheil drohte. Interessant ist auch die Sage, wie die Kreuzsteinstraße in der Nähe des Schiller-Gymnasiums ihren Namen bekommen hat:


Es waren einmal ein reicher Bauer und seine Frau, die in Osseck lebten. Sie hatten alles, was sie zum Leben brauchten, nur wünschten sie sich ein Kind. Es war Winter, als ihr Wunsch endlich in Erfüllung ging. Der Bauer schlug vor, mit dem Pferdekarren nach Hof zu fahren und das Kind dort mit allen Verwandten und Freunden festlich taufen zu lassen. Die Bäuerin war erst dagegen, da sehr viel Schnee lag, doch der Bauer konnte sie überreden. Als der Tag der Taufe gekommen war, spannte der Bauer die Pferde an den Karren und fuhr mit seiner Frau und dem Kind nach Hof. Nach der Taufe in der Lorenzkirche gingen sie mit allen essen, die eingeladen waren. Es war die Großmutter, die sagte: „Fahrt lieber schnell mit dem Kind heim, es wird schon dunkel!“ Die kleine Familie löste die Feier auf, legte das Kind auf ein Seidenkissen, wickelte es in warme Tücher und machte sich auf den Heimweg. Doch es war ein sehr beschwerlicher Weg, denn es wütete gerade ein heftiger Schneesturm. Sie fuhren über zugefrorene Seen und kalte Schneewehen, bis sie endlich zuhause waren. Doch dort bemerkten sie mit Schrecken: Das Seidenkissen war leer und das Kind war weg! Der Vater war der einzige, der ruhig blieb. Er spannte erneut den Pferdekarren ein und nahm warme Decken und seinen treuen Hofhund mit. Sie fuhren den ganzen Weg zurück, bis kurz vor Hof der Hund vom Karren sprang und etwas Kleines, das im Schnee lag, ableckte. Es war das Kind, das durch den warmen Speichel des Hundes wieder zu sich kam und zu schreien anfing. Der Bauer wickelte es sofort in die Decken ein und fuhr wieder zurück nach Hause zu der besorgten Mutter. Die Eheleute dankten Gott und ließen als Andenken und zum Dank Gottes ein Kreuz aus bernsteinfarbenem Marmor fertigen und stellten es an die Stelle, wo der Hund das Kind gefunden hatte.
Dieses wurde erst entfernt, als es für den Straßen- und Hausbau im Weg stand, aber man kann es noch heute im Restaurant „Kreuzstein“ besichtigen.
Der Ausflug verging so schnell, dass die gesamte Klasse 6c sich gern noch einmal mit Frau Walther treffen würde, denn diese verfügt über einen noch viel größeren Hofer Sagenschatz.

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