BHS Tabletop icoAm 9. November 2017 fuhren die achten Klassen des wirtschaftswissenschaftlichen Zweigs des Schiller-Gymnasiums Hof zu BHS Tabletop, dem Weltmarktführer für Profi-Porzellan, nach Selb bzw. Schönwald, wo sie sich die wichtigsten Funktionsbereiche der Firma ansahen. Die Betriebserkundung wurde in vier Schwerpunkte unterteilt.

Zuerst die Besichtigung der Produktion, der Verwaltung, sowie der Absatzabteilung und dem „Showroom“ am Standort Schönwald. Im zweiten Teil folgte nach kurzem Bustransfer die Besichtigung des Dekorations-und Logistikzentrums in Selb.

Gleich zu Beginn wurde uns in der Produktion in Selb erklärt, welche Rohstoffe (50% Kaolin, 25% Feldspat, 25% Quarz) benötigt werden und vor allem, wie diese verarbeitet werden, damit schlussendlich Porzellan entsteht. Es gibt verschiedene Produktionsweisen, zum Beispiel kann man die Rohstoffe gießen, drehen oder pressen und man kann auch mit Hochdruck gießen. Beim Gießen wird der flüssige Schlicker in hohle Gipsformen gegossen, damit beispielsweise Kannen und Gießer produziert werden können. Beim Drehen wird die plastische Drehmasse im Rotationsverfahren verarbeitet, um Tassen, Teller oder Schüsseln herzustellen. Das Trockengranulat wird zum isostatischen Pressen verwendet, um Flachteile herzustellen. Und zu guter Letzt wird beim Hochdruckguss der Hohlraum einer Form mit Schlicker gefüllt, um auf diese Weise ovale Platten oder unrunde Flachteller herzustellen.
Anschließend kommt das zuvor geformte ,,Porzellan“, nachdem der Ton ,,geruht“ hat, bei etwa 950°C in den Glühbrandofen und wird somit etwas stabiler, aber bleibt trotzdem noch saugfähig.

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Sobald dieser Schritt vollendet ist, wird der gebrannte Artikel in die Glasur eingetaucht. Im Anschluss kommt das Porzellan in den Glattbrandofen bei etwa 1420°C. So wird das Porzellan hart, säurebeständig, spülmaschinenfest und bekommt damit sowohl den typischen Glanz als auch die Kantenschlagfestigkeit.
Kurz vor dem Ende wird das Produkt in der Schleiferei noch geschliffen, damit Kratzer vermieden werden können und um die Verletzungsgefahr zu verringern. Im letzten Produktionsschritt wird das Objekt noch auf Mängel und Fehler überprüft und anschließend noch nach Klassen differenziert.

Als zweites besichtigten wir den Showroom, die Verwaltung und die Absatzabteilung und erhielten zusätzlich einen 40-minütigen Vortrag. Der Vortrag handelte von den Aufgaben in der Verwaltung. Es gibt zehn Abteilungen: den Einkauf, die Buchhaltung, das Personal, den Vertrieb, das Controlling, das Marketing, die Fertigungssteuerung, die Arbeitswirtschaft, die Qualitätssicherung und den Versand.

IMG 0507 bea400Beim Einkauf wird darauf geachtet, wo und zu welchem Preis die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe beschafft werden können. Die Buchführung ist dafür verantwortlich, die Lieferanten zu bezahlen und die Zahlungseingänge der Kunden zu überwachen. Die Beschaffung neuer Mitarbeiter und deren Bezahlung wird von der Personalabteilung geplant.
Der Vertrieb ist für den Verkauf, die Kundenbetreuung, das Erstellen von Angeboten und das Heranholen von Kundenaufträgen zuständig. Das Controlling übernimmt sowohl die Planung, die Steuerung und Kontrolle von Unternehmenszielen als auch die Auswertung von Sollwerten verschiedener Unternehmenskennzahlen.

Während das Marketing für das Werben von Kunden sowie die Kundenbetreuung auf Messen zuständig ist, kümmert sich die Fertigungssteuerung um die Koordination von Terminen für die Produktion. Die Arbeitswirtschaft ist für die Leistungsentlohnung zuständig. Die Qualitätssicherung ist, wie der Name schon sagt, für die Überwachung der Qualität in der Produktion verantwortlich. Die Versandabteilung verpackt das Porzellan und versendet es weltweit.

Dann haben wir uns in der Logistik-Abteilung in Selb umgesehen, wo die Ware sorgfältig verpackt und zum Kunden versendet wird.
Durch die Integration von Dekoration, Lagerung und Distribution können gleichzeitig Lagerbestände reduziert und Lieferzeiten verkürzt werden. Mit Hilfe eines modernen Hochregallagers mit 120.000 Stellplätzen, den vollautomatisierten Transportwegen und der beleglosen Abwicklung wird eine schnelle und reibungslose Belieferung der Kunden erreicht. Bis zu zehn Millionen Teile können im Jahr dekoriert und bis zu 40 Millionen Teile versendet werden. Rund 250 Mitarbeiter stehen in zwei Schichten dafür ein, dass stündlich je 800 Ein- und Auslagerungen nahtlos über die Bühne gehen und pro Jahr 65.000 Sendungen weltweit pünktlich die Kunden von Bauscher, Tafelstern und Schönwald erreichen.

Die Besichtigung der Porzellan-Dekoration bildete dann den Abschluss. In der Druckerei werden die Bilder aus dem Siebdruck auf dem Artikel angebracht und bei etwa 860-1290°C sinkt das Dekor in die Glasur ein und wird somit fest. Eine andere Methode ist die Malerei, wo die Muster mit dem Pinsel aufgetragen werden, während in der Spritzerei die Farben mit Hilfe von Spritzpistolen aufgesprüht werden.

Wir glauben, dass wir für unsere ganze Jahrgangsstufe sprechen, wenn wir sagen, dass uns dieser Ausflug sehr gefallen hat und das wir es gerne wiederholen würden.

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