genlabor icoWürde man die Desoxyribonukleinsäure (DNA) aller Zellen des menschlichen Körpers hintereinander legen, so ergäbe das eine Strecke von etwa 150 Milliarden Kilometern. Das entspricht etwa 1000 mal der Entfernung zwischen Sonne und Erde. Die Genetik befasst sich als Vererbungslehre mit dem in der DNA befindlichen genetischen Code, der bei jedem Menschen einzigartig ist. Um einen Einblick in diesen spannenden Teilbereich der Biologie zu bekommen, besuchte am Dienstag, den 28. März 2017, eine Schülergruppe ...

verschiedener Q11- Kurse des Schiller-Gymnasiums das Demonstrationslabor Bio-/Gentechnik der Universität Bayreuth mit ihren Lehrerinnen Frau Brückner-Reinisch und Frau Münzer.

20170328 090118 bea620Nachdem die Schüler in weiße Kittel eingekleidet waren, wurden sie im Labor zunächst von Herrn Dr. Scharfenberg begrüßt. Um sich mit dem Labormaterial vertraut zu machen, wurden die Utensilien anhand von kurzen Einführungsversuchen erklärt. Besonderen Anklang fanden hierbei der Vortexmischer, eine Art Schüttelgerät, sowie die Tischzentrifuge. Es folgten ein Vortrag zu theoretischen Grundlagen und Anwendungsbereichen der Genetik. Spezielle Bedeutung haben hierbei sogenannte Mikrosatelliten bzw. Minisatelliten, die in Chromosomen auftreten und anhand derer ein Individuum mit höchstmöglicher Wahrscheinlichkeit über eine DNA-Spur identifiziert werden kann.

Als nächstes folgte ein experimenteller Teil. Hierzu wurden den Schülern in ihren Gruppen jeweils die Aufgaben des Sicherheitsbeauftragten, Materialbeauftragten, Moderators bzw. Zeitmanagers übertragen. Nun führten die Schüler unter Anleitung von Dr. Scharfenberg eine Polymerase-Kettenreaktion mit dem Minisatelliten-System D1S80 praktisch durch. Anschließend wurde noch die Agarose-Gelelektrophorese zur Auftrennung der DNAProben vorbereitet.

20170328 110252 bea620Nach einem leckeren Mittagessen in der Mensa der Universität vervollständigte man den angefangenen zweiten Versuch. Im Anschluss wurde DNA aus Mundschleimhautzellen freiwilliger Mitschüler isoliert und ebenfalls zur Agarose-Gelelektrophorese verwendet. Dann erläuterte Herr Dr. Scharfenberg noch weitere Anwendungsmöglichkeiten der Polymerase-Kettenreaktion für Mikrosatelliten. Hierbei nannte er neben Vaterschaftstests und Identitätsnachweisen auch Lebensmittelanalyse, Archäologie, Evolutionsforschung und medizinische Diagnostik. Abschließend fand eine ethische Bewertung der Anwendungen genetischer Analysen statt.

Insgesamt hatten die Schülerinnen und Schüler dank der Exkursion die Möglichkeit spannende neue Erfahrungen zu sammeln, ihre Kompetenzen zu erweitern und immerhin einen Teil ihrer 150 Milliarden Kilometer DNA zu analysieren.

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