MbV-iconAm 28.04.2015 besuchte die Klasse 9a mit ihrem Geschichtslehrer StR Eisgrub die Ausstellung „Flüchtlinge und Vertriebene in Hof“ des Museums Bayerisches Vogtland“. In der Ausstellung sind über 400 Exponate zu sehen, aufgeteilt auf drei Etagen, mit den Themen „Flucht“, „Integration“ und „Heimat“. Die Ausstellung wurde größtenteils von der Hermann und Bertl Müller-Stiftung finanziert. Beginnend mit einer kleinen Einführung führte der Museumsmitarbeiter Herr Behrendt die Klasse durch die Ausstellung. Die Schüler hörten stets mit großer Wissbegierde zu, integrierten sich mit eigenem Wissen und außerdem entstand eine gemütliche Atmosphäre durch die mitnehmbaren Sitzgelegenheiten.

Unterrichtsgang 9a-bea240webZuerst wurden sie mit dem Thema „Flucht“ konfrontiert. Herr Behrendt erklärte die drei Fluchtphasen, ausgehend von den Umsiedlungsverträgen, bei denen Hitler alle Deutschsprachigen aus anderen Ländern nach Deutschland holte. Als er den 2. Weltkrieg mit dem Einmarsch in Polen begann, wanderten viele wieder aus. Nach der Niederlage Deutschlands, erklärte Herr Behrendt am Beispiel der Tschechoslowakei, dass dort alle Deutschsprachigen ihre Heimat verlassen mussten, dies innerhalb einer kurzen Zeit und mit nur 50 Kilogramm Gepäck. Die Einzigen, die vorläufig bleiben durften, waren Handwerker. Insgesamt wurden 14 Millionen Deutsche vertrieben. Acht Millionen sind nach West- und vier Millionen nach Ostdeutschland geflüchtet. Die restlichen zwei Millionen sind durch Erfrierungen, Erschöpfung oder in Gefangenschaft gestorben. Zwei Millionen wurden nach dem 2.Weltkrieg durch Hof geschleust und 600 Tausend wurden im größten Lager Bayerns, nämlich dem Lager Moschendorf, welches eigentlich für osteuropäische Zwangsarbeiter errichtet worden war, untergebracht. Dort wurden die Vertriebenen mit Essen und Kleidung versorgt und nach zwei bis drei Tagen in andere Lager, wie zum Beispiel Turnhallen oder Schulen, weitergeleitet.

Danach erzählte der Museumsführer von der Integration der Flüchtlinge. Eine große Umsiedlung fand statt und die Einwohner Deutschlands mussten Flüchtlinge aufnehmen. Außerdem wurden neue Ortsteile errichtet, zum Beispiel Otterberg, und viele Straßennamen wurden nach der alten Heimat benannt, wie zum Beispiel die Ostpreußenstraße. Zwei weitere Möglichkeiten sich als Flüchtling zu integrieren waren, zu heiraten, was sich aber als sehr schwer erwies, da die Mehrheit keine Flüchtlinge heiraten wollte, weil diese sehr arm waren, und die zweite Möglichkeit war, sich der Gesellschaft anzupassen. Ein passendes Zitat von Alfred Grosser, welches im Museum zu sehen ist, lautet: „Die größte Leistung des deutschen Nachkriegsstaates ist die Eingliederung der Vertriebenen und Flüchtlinge [...]“ Beim Aufgang in den zweiten und letzten Stock meinte Herr Behrendt noch, dass außer den 14 Millionen Flüchtlingen auch eine Million aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland flohen.

Beim letzten Thema „Heimat“ durften die Schüler erfahren, dass viele Flüchtlinge ihre Heimat sehr vermissten. Immerhin bestand die Bevölkerung zu 16% aus Vertriebenen. Es wurden Filme über die Zeit der Fluchten gedreht, jedoch wurden nur positive Aspekte aufgegriffen, obwohl diese Zeit sehr schwer und trist war. Treffender ist dazu ein Zitat von Ludwig Anzengruber, das im Treppenhaus zu lesen ist: „Ich hab‘ es immer gar kläglich gefunden, wenn man Leut‘ von ihrer Heimat ausgetrieben hat, man nimmt ihnen ein gut Stück Leben weg und lässt ihnen ein unklar‘ Träumen.“ So endete nun auch die Führung und die Schüler sowie Schülerinnen kehrten nun mit großem Wissen nach Hause zurück. Insgesamt war diese Exkursion ein großer Erfolg. Viele waren von der Ausstellung sehr begeistert und wurden mit vielen Informationen bereichert.

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