Man hört sie oft in deutschen Schulen – Begriffe wie „das Dritte Reich", „Nazi-Deutschland", „Judenverfolgung", „Konzentrationslager". Jahrelang wird die Thematik des Nationalsozialismus, der unter Adolf Hitler in Deutschland zwischen  den Jahren 1933 und 1945 herrschte, im Unterricht behandelt. Wir Schüler werden über die politischen, religiösen und menschlichen Hinter- sowie Abgründe dieser für Deutschland als „schwarzes Kapitel in der Geschichte" geltenden Zeit informiert. Kaum ein Detail wird ausgelassen, etliche Filme werden gezeigt und viele Diskussionen geführt. Allerdings hat nichts einen so bleibenden, unvergesslichen Eindruck bei uns Schülern hinterlassen wie der Besuch im Konzentrationslager Buchenwald zu Beginn der zwölften Jahrgangsstufe.


Bereits bei unserer Ankunft im Konzentrationslager war die Stimmung verhalten, zu ernst war der Anlass unseres Besuchs. Der Film, der unseren Rundgang einleiten sollte, gab einen ersten Einblick in die frühere Lagerzeit und das Leid der Insassen. Jedoch wurde uns erst so richtig bewusst, wo wir uns befanden, als wir das eigentliche KZ-Gelände betraten und unseren Rundgang begannen. Das auf genau diesem Boden, wo wir nun standen, mehr als 60.000 Häftlinge gelebt, gehungert, gefroren, misshandelt und gestorben waren – das war etwas, was unsere Vorstellungen fast überschritt. Es waren Anblicke, die keiner von uns so schnell wieder vergessen wird – das Krematorium , die Baracken der Insassen, die Verbrennungsöfen für die Leichen, die Folterbäume, die Erschießungsanlage, die von Angehörigen errichteten Gedenkstätten. Ich glaube, ich spreche für uns alle, wenn ich nun sage, dass uns diese Eindrücke sehr betroffen gemacht und zutiefst schockiert haben. Es ist etwas völlig anderes von den Grausamkeiten der damaligen Zeit zu lesen oder sie in einem Film zu sehen, als direkt an dem Ort zu stehen, an dem zigtausende Menschen den Tod fanden. Auch die vorhandenen Ausstellungen mit Bildern, Zeitdokumenten, Filmen und Fundstücken aus der damaligen Lagerzeit ließen uns erst begreifen, wie real dies hier gewesen war. Am Ende unseres Besuchs versammelten sich alle Schüler, jeder mit seinen eigenen Eindrücken und Gedanken beladen, wieder am Eingang des Konzentrationslagers Buchenwald. Der Tag, den wir im Konzentrationslager Buchenwald verbracht haben, hat uns alle zum Nachdenken gebracht und uns mehr lernen lassen, als wir in etlichen Stunden Unterricht zu diesem Thema in der Theorie hätten lernen können.

 

Laura Geißner, Q12

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