LogoBei der 11. Hofer Drachenbootregatta hatte das Schiller-Gymnasium erstmals ein Lehrer-Schüler-Team am Start. Mit der richtigen Mischung aus Ehrgeiz und Spaß-Faktor, schafften es "Die Schillernden", den Tag unvergesslich zu machen, überraschten als "Rookies" sogar erfahrene Drachenboot-Veteranen und gewannen am Ende die "Goldene Ananas". Das GoPro-Video vom Rennen ist hier zu finden.

Teamkapitän und -managerin Katrin Reukauf hatte die Idee bereits 2017: Endlich einmal ein Lehrer-Boot bei der Hofer Drachenbootregatta - und 2018 heuerte sie dann die Besatzung "die Schillernden" gerade noch rechzeitig vor Meldeschluss an. Eine erste Trainingseinheit war, Minuten nach dem Ausscheiden der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der WM in Russland, sehr vielversprechend. Mit unserem Trainer Ralf Reusch, vom Faltbootclub Hof, fanden wir schnell die richtige Abstimmung im Boot.

Am Wettkampftag mussten dann noch kleiner Umstellungen in der Formation durchgeführt werden. Auch hatten sich "Die Schillernden" für Schüler geöffnet, die dem Lehrer-Boot dankenswerter Weise Unterstützung angeboten hatten. Es mussten schließlich 18 Plätze + Trommler gefüllt werden.

Das Drachenbootteam "Die Schillernden" bei der 11. Hofer Drachenbootregatta, am 1. Juli 2018 auf dem Hofer Untreusee, kurz vor dem Start zum ersten Rennen

Das erste Rennen unter Wettkampfbedingungen stand eigentlich unter einem guten Stern. Beim Einfahren harmonierte das Boot weitgehend und auch die Neubesetzungen auf fünf Positionen schienen sich gut einzufügen. Mit dem besten Steuermann zwischen Förmitzspeicher und Kaspischem Meer, Ralf Reusch, konnte doch eigentlich nichts schief gehen. Doch das das Einfahren eben nicht mit dem Rennen vergleichbar ist, sollten wir in den nächsten gut 60 Sekunden zu spüren bekommen: Ein Rennen zum Vergessen. Nicht nur setzten Probleme in der Hosen-Bank-Abstimmung unserem linken Schlagmann zu, die Gesamtabstimmung stimmte hinten und vorne - im wahrsten Sinne des Wortes - nicht. Das am Ende trotzdem noch der dritte Platz im mit vier Booten besetzten Rennen heraussprang, zeigt, was drin gewesen wäre. Was nun? Kopf ins Wasser? Euphoriebremse? Nein! Der Spaß, den wir von der ersten Minuten an im Boot hatten, wurde noch verstärkt. "Es kann nur besser werden", war die Devise. Und das wurde es. Zwei Rennen später stachen wir erneut in den Untreusee - mit deutlicher Verbesserung. 120 der 200 Meter Renndistanz war die Synchronität im Boot gut, doch dann wurde es erneut zunehmend asynchron. Am Ende wieder Platz drei, eine halbe Bootslänge hinter dem Boot "SAS". Zu dem Zeitpunkt wussten wir dieses Ergebnis noch nicht einzuschätzen, da uns die Professionalität dieses Teams nicht bekannt war.

Ankunft nach dem ersten Rennen. Nicht mit hängenden Paddeln!

Nun hatten wir vier Punkte auf dem Konto und mussten auf Schützenhilfe der Konkurrenz hoffen. Die besten 12 Teams sollten sich für die Zwischenrunde qualifizieren. Und wir schafften es - um dann in Lauf 3 unser Meisterstück abzuliefern. Mit neuer Renntaktik und altem Steuermann - Ralf hatte uns im 2. Rennen versetzt - lieferten wir dem SAS-Team aus dem Kreis Bitterfeld, vom Kanu-Leistungszentrum, einem semiprofessionellen Drachenbootteam, die in ganz Deutschland an Drachenbootrennen mit eigenem Boot teilnehmen, einen heißen Fight. Bei der 100 Meter-Boje lagen wir in Führung, ehe die Sachsen-Anhaltiner 50 Meter vor Schluss einen unwiderstehlichen Schlussspurt anzogen, dem wir zwar nicht folgen konnten, was unserer Hochstimmung jedoch keinen Abriss tat.

Unser letztes Rennen war dann die Platzierungsrunde um die Plätze 9 bis 12, bei 16 teilnehmenden Booten. Nach den Plätzen drei, drei und drei, witterten wir die Chance auf Ruhm und Ehre. Einmal als erstes Boot den Drachenkopf über die Ziellinie jagen. Jetzt oder nie. Die Taktik: Nochmal wie in Rennen Nummer drei. Are you ready? Attention! GO! Das offizielle Startkommando war kaum verklungen, da pflügten wir mit unseren Paddeln das Seewasser. Fünf kräftige Schläge, dann 10 schnelle und dann übergehen in einen langen Schlag. 180 Meter gelang uns das mit Bravour. Immer gleichauf mit dem Boot auf Bahn vier, wir auf Bahn 1. Doch dann kam der rote Bereich. Drei Rennen in den Armen. Noch 20 Meter. Egal. Jeder im Boot gab alles. Einfach irgendwie das Paddel ins Wasser, durchziehen, raus, wieder vor, nochmal. ZIEL! Jubel! Doch wer hatte gewonnen? Wir! Oder? Tatsächlich musste das Zielfoto her. Stille kehrte im Boot ein, als wir bei Grüners Gaststätte abdrehten, um zum Steg zurückzupaddeln. Der Lauf war spitze. Jeder hatte alles gegeben. Bei einem 2. Platz hätten wir uns nichts vorzuwerfen gehabt. Und dann, 30 Meter vor dem Steg, kam die Durchsage: "Hier das offizielle Ergebnis. Gewonnen hat Bahn 1....". Der Rest der Durchsage ging im Jubel des Schiller-Boots unter.

Hier der dramatische Zieleinlauf im Platzierungsrennen. Das Boot "Die Schillernden" ist im Vordergrund:

 

Platz 9. 23 Plätze besser als die Deutsche Fußballnationalmannschaft - nur, dass wir wirklich in wenigen Rennen zur Mannschaft, zur Einheit zusammen gewachsen sind. 18 Lehrerinnen, Lehrer, Schüler und ein Polizist (aber Lehrerinnen-Ehemann!). Alle saßen in einem Boot. Alle haben das Letzte aus sich herausgeholt. Alle waren stolz. Und auch die Veranstalter erkannten unseren Einsatz an. Mit dem Ehrenpreis, der "Goldenen Ananas" für das Team, welches denkbar knapp das Hauptfinale verpasst hat, gab es, neben einem kleinen Pokal, eine weitere Ehrung für "Die Schillernden".

Gruppenbild mit Ananas. Die Siegerehrungs-Delegation der "Schillernden", um Teamkapitän Katrin Reukauf, mit Pokal und Ananas

Die Bildergalerie unseres Fotographen Rolf Wunsch:

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